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Treffen in Wladiwostok - Kim-Putin-Gipfel weckt Hoffnungen

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Nach langwierigen Vorbereitungen und Absprachen ist es perfekt: Die Spitzen aus Moskau und Pjöngjang treffen sich wieder – die Erwartungen sind groß.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist in Russland eingetroffen, um sich mit Wladimir Putin zu treffen. Die Staatschefs wollen diplomatische Gespräche führen.

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Nach acht Jahren Pause gibt es in der ostrussischen Hafenstadt Wladiwostok wieder ein Spitzentreffen. Kremlchef Wladimir Putin und Nordkoreas junger Machthaber Kim Jong Un können sich dabei nicht über einen Mangel an Gesprächsstoffen beklagen. Präsidentenberater Juri Uschakow erklärte dazu schon im Vorfeld, dass der Schwerpunkt der Gespräche natürlich die Suche nach einer politischen und diplomatischen Lösung für das Atomwaffenproblem der koreanischen Halbinsel sein werde. "In den vergangenen Monaten hat sich die Situation rund um die Halbinsel etwas stabilisiert", sagt er. Möglich sei dies durch die Initiativen Nordkoreas geworden, durch den Verzicht auf Tests von Nuklearraketen und die Stilllegung des Kerntestgeländes.

Das Ziel: Eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel

Moskau will, dass es so weitergeht, und kann dafür durchaus mehr tun. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben, wie Experten meinen. Erstens ist es offensichtlich, dass Russland nicht nur technisches Know-how bei Atom-Überprüfungen, sondern auch große Erfahrungen bei der Führung von Verhandlungen zur Rüstungskontrolle und für das Krisenmanagement besitzt. Zweitens haben gerade die Russen und Chinesen vor zwei Jahren eine Road-Map vorgelegt, die bereits teilweise umgesetzt wird und die die koreanische Halbinsel zu einem atomwaffenfreien Status führen soll.

Pjöngjang pocht dabei aber darauf, dass solch eine Entwicklung keine Einbahnstraße sein darf. Seoul und Washington sind daher gefordert, ihren Beitrag zu leisten. Und der müsse nicht nur einen Abbau der US-amerikanischen Militärpräsenz in Südkorea beinhalten, sondern auch eine Verringerung der Anzahl an Manövern vor der Haustür der Volksrepublik.

Freilich wird es am Donnerstag keinen Durchbruch geben, doch Moskau wird auf jeden Fall neue Argumente bekommen, um auf dem UN-Parkett neue Versuche zu unternehmen, mehr nichtständige Mitglieder im Sicherheitsrat für eine Lockerung des bestehenden Sanktionsregimes zu gewinnen.

Spielräume für engere Wirtschaftsbeziehungen

Die Sanktionen liegen Kim Jong Un schwer im Magen und stehen daher ebenfalls auf der Tagesordnung des vielbeachteten Gipfeltreffens. Russland, das bisher stets für Sanktionen als ein Mittel zur Bestrafung für konkrete Verletzungen des internationalen Rechts votierte, leidet selbst darunter - erinnert sei nur an die Auflage, dass bis Ende des Jahres alle nordkoreanischen Arbeiter das Land verlassen müssen. Andererseits werden nach Auffassung von Sergej Lusjanin aus dem russischen Akademie-Institut für den Fernen Osten beide Staatsmänner mögliche Varianten erörtern, um die vorhandenen Spielräume für eine Wirtschaftskooperation auszunutzen.

Das gilt beispielsweise für eine Erhöhung des Handelsumsatzes zwischen beiden Ländern, der im vergangenen Jahr nur bescheidene 34 Millionen US-Dollar ausmachte. Impulse werden deshalb vom transkoreanischen Eisenbahnprojekt erwartet, das ebenfalls mit Unterstützung von Peking realisiert werden soll, eine Anbindung an die Transsibirische Eisenbahn und das chinesische Bahnnetz vorsieht sowie die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs zwischen Nord- und Südkorea in greifbare Nähe rücken lässt. Dass dies auch zu einer Verbesserung der Beziehungen zwischen Pjöngjang und Seoul führen wird, steht außer Frage.

Die Ergebnisse des Gipfeltreffens von Wladiwostok sind mit Sicherheit nicht sofort auszumachen. Sie werden aber eins deutlich machen: Kim Jong Un wird genauso wie in Hanoi demonstrieren, dass er bereit ist, sich von Stereotypen zu lösen und flexibel zu reagieren. US-Präsident Donald Trump kann wieder auf eine neue, die dritte Zusammenkunft mit Kim dank der Anstrengungen von Moskau und Peking als freiwillige Vermittler hoffen, und Russland wird zeigen, dass es in der asiatisch-pazifischen Region gleichfalls aktiv mitreden will und kann.

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