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Kinderpornos bei Minderjährigen - Experten fordern mehr Prävention

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Kinderpornografie gelangt immer häufiger auf die Handys von Minderjährigen. Experten fordern bessere Aufklärung.

Eine junge Frau fotografiert mit ihrem Smartphone.Symbolbild
Eine junge Frau fotografiert mit ihrem Smartphone.Symbolbild
Quelle: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Angesichts der steigenden Zahl von Ermittlungsverfahren gegen Minderjährige wegen Kinderpornografie haben Experten mehr Prävention gefordert. "Sinnvoll wäre eine verpflichtende Medienerziehung in der Schule", sagte der Kriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger von der Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg. Die Sexualität verlagere sich ins Netz. Zu unterscheiden seien primär aggressive Täter, die sich des Unrechts ihrer Handlungen bewusst sind, und solche, die sich teilweise unwissentlich strafbar machten.

Wenn ein 14-Jähriger zum Beispiel ein pornografisches Bild seiner ein Jahr jüngeren Freundin bekomme, handele es sich um strafbare Kinderpornografie, erklärte der Experte. "Die Prävention müsste schon im Kindergarten ansetzen", forderte Ilka Hoffmann aus dem Vorstand der Bildungsgewerkschaft GEW. "Eltern lassen ihre Kinder mit Smartphone und Tablet allein im Kinderzimmer und wissen nicht, was sie dort tun."

Der Umgang mit intimen Fotos und Inhalten werde immer nachlässiger, beobachtet Hoffmann. "Häufig bekommt man die sexuellen Belästigungen unter Schülern erst mit, wenn es zu spät ist und die Opfer bereits Schäden davongetragen haben."

Viele Fälle werden auch gar nicht bekannt. Fachleute gehen von einem großen Dunkelfeld aus. Im Bereich Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinder- oder jugendpornografischer Schriften weist die Polizeiliche Kriminalstatistik 2018 insgesamt 8022 Tatverdächtige aus, davon 2101 Kinder und Jugendliche. Zwei Jahre zuvor waren es nur 5801 Tatverdächtige, davon 1154 Minderjährige.

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