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Unicef-Report zu Kinderrechten : Bekannte Probleme und neue Bedrohungen

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Rechte von Kindern werden besser geschützt als früher. Vieles hat sich gebessert, doch an manchen Stellen stagniert die Entwicklung - und es gibt neue Bedrohungen, schreibt Unicef.

Vor 30 Jahren wurde die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert. Das Ziel: Weniger Kinderarmut, weniger Sterblichkeit, mehr Bildung, bessere Ernährung. Seitdem hat sich viel getan. Vor allem die Kernprobleme aus den 90er-Jahren haben sich verbessert, schreiben die Autoren von Unicef in ihrem Report. Die Sterblichkeitsquote bei unter Fünfjährigen ist gesunken, mehr Kinder sind in Grundschulen, Kinderrechte sind besser geschützt.

Doch es gibt nicht nur Grund zur Freude. Zu den bekannten Problemen sind neue Herausforderungen hinzugekommen. Den Klimawandel sehen die Autoren als besonders bedrohlich an. Auch die stagnierende Impfrate bei Masern bereitet Unicef Sorgen. Außerdem identifizieren sie Online-Missbrauch und Cybermobbing als wachsende Bedrohung für Kinder. Einige der Probleme im Fokus:

Klimawandel

Vor allem der Klimawandel stellt für die Autoren eine große Bedrohung dar. Steigende Temperaturen und die damit einhergehenden Umweltveränderungen trügen zur Ausbreitung von Krankheiten bei. Weil die Temperaturen steigen, würden die Lebensräume von Moskitos vergrößert, die gefährliche Krankheiten übertrügen wie Malaria, Dengue- und Gelbfieber. Genauso gelte das für Zecken, die Lyme-Borrreliose und Enzephalitis übertragen.

Die Autoren warnen vor einem Anstieg der Todesfälle in Regionen, die neu betroffen sind, da die Immunisierung dort weniger vorhanden sei als in den Regionen, die heute schon betroffen sind.

Eine unmittelbare Folge des Klimawandels sind Dürren. Dadurch werde es Ernteausfälle geben, die wiederum zu Nahrungsmittelknappheit führten. Unicef warnt, dass besonders Kinder in wärmeren Gebieten darunter leiden werden. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden 2050 zusätzlich zehn Millionen Kinder wegen chronischer Mangelernährung unterentwickelt sein. Außerdem werde der Wassermangel der ärmsten Menschen verschärft. Die Autoren schätzen, dass bis 2040 eines von vier Kindern in Regionen mit extremem Wassermangel leben werden (insgesamt rund 600 Millionen).

Hinzu kommen Naturkatastrophen wie Stürme, Tsunamis, Überschwemmungen und Erdrutsche. Sie zerstören nicht nur Straßen und Häuser, sondern oftmals auch die Trinkwasserversorgung und sanitären Einrichtungen. Die Autoren schreiben, dass die WHO damit rechne, dass bis 2050 mehr als 316.000 Kinder an dadurch entstehenden Durchfallerkrankungen sterben werden.

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Überleben

Laut Unicef ist die Kindersterblichkeit auf der Welt in den vergangenen 30 Jahren deutlich gesunken: um 60 Prozent bei Kindern unter fünf Jahren - ein erheblicher Fortschritt. Doch die Autoren warnen: Die ärmsten Kinder trügen ein doppelt so hohes Risiko, vor ihrem fünften Geburtstag zu sterben, wie Kinder aus reicheren Familien. Sie schreiben weiter: Im Durchschnitt starben 2018 15.000 Kinder unter fünf Jahren - pro Tag.

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Gesundheit

Kinderimpfungen zählten mit zu den größten Erfolgen der internationalen Entwicklung, schreibt Unicef. Zwei bis drei Millionen Todesfälle pro Jahr würden dadurch verhindert. Aber: die weltweite Impfrate stagniert. Das alarmiert die Autoren.

2018 hätten mehr als 19 Millionen Kinder nicht die empfohlene Dreifachimpfung gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten bekommen. Besonders deutlich zeigten sich die Auswirkungen von fehlendem Impfen bei den Masern. Seit 2010 stagniere die Impfrate. Das habe in vielen Ländern zum Wiederaufleben der Krankheit beigetragen. Von Januar bis September diesen Jahres seien 420.000 Masernfälle von der WHO gemeldet worden. Im Vergleichszeitraum 2018 waren es 170.000 Fälle.

Bildung

Die gute Nachricht: Die Zahl der Kinder, die nicht zur Grundschule gehen können, ist stark gesunken. 2000 waren es weltweit etwa 100 Millionen Kinder, 2018 nur noch 59 Millionen Kinder ohne Zugang zur Schule. Die schlechte Nachricht: Die Zahl sinkt nicht weiter.

Das führen die Autoren auch auf das Bevölkerungswachstum, insbesondere in Afrika und Südasien zurück. Es werden proportional bei weitem nicht so viele Lehrer ausgebildet wie Kinder auf die Welt kommen.

Um dem Herr zu werden, müsste deutlich mehr investiert werden, sagt Unicef. So fehlten alleine in Afrika 1,3 Millionen zusätzliche Lehrer bis 2030 - nur um das jetztige Schüler-Lehrer-Verhältnis aufrecht zu erhalten. Hinzu komme, dass viele Kinder die Grundschule ohne ausreichende Grundkenntnisse in Lesen, Schreiben und Rechnen abschließen würden.

Kinderehen

Weltweit ist die Anzahl der Kinderehen laut Unicef um 15 Prozent im vergangenen Jahrzehnt gesunken. Doch die Autoren kritisieren: Der Anteil liege weiterhin auf einem hohen Niveau, Fortschritte seien regional stark unterschiedlich. Viele Länder hätten keine nennenswerten Fortschritte gemacht. Auch innerhalb einiger Länder gebe es große Unterschiede, so die Autoren. In Äthiopien beispielsweise liege der Anteil von Mädchen in Kinderehen unter zehn Prozent. Doch in ländlichen Regionen teilweise bei mehr als 50 Prozent.

Der Autorin auf Twitter folgen: @bunnytsukinoo

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