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Kinostart - New York statt Hogwarts: "Phantastische Tierwesen"

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"Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind": Der Titel des Kinofilms klingt sperrig, könnte aber durchaus neuen Wind in die Community der Harry-Potter-Fans bringen: Er handelt von der magischen Welt im New York der 1920er-Jahre. Heute startet der Film in den Kinos.

Harry Potter: Ist das nun eine Kinderbuchreihe, Weltliteratur gar - oder doch nur alberner Quidditch-Quatsch? Fest steht: Die sieben Romane um den jungen Zauberer, der den, dessen Name nicht ausgesprochen werden darf, die gesamte Zeit seiner Zauberer-Ausbildung wie die Pest am Hacken hat, faszinieren Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Ein gigantischer Erfolg auch in Sachen Umsatz - Bücher, Hörbücher und natürlich die Filmreihe. Ende, aus und vorbei mit dem letzten Teil? Wie es scheint, wird das Rad nun weiter gedreht.

Neuer Zauberstoff um drei Ecken gedacht

Bereits im September 2013 hatte Harry Potters Erschafferin Joanne K. Rowling gemeinsam mit den Warner-Studios bekannt gegeben, aus dem 2001 erschienenen Buch "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" magischen Stoff für Kinoleinwände zu zaubern. Wofür man erst einmal um drei Ecken denken muss: "Phantastische Tierwesen..." ist eines der Lehrbücher, die Erstklässler der Zaubererschule Hogwarts benötigen.

Der Titel eines fiktiven Lehrbuches also, erwähnt in einem Roman, später als Spin-off dann tatsächlich für die weltweite Potter-Fangemeinschaft veröffentlicht. Aber insgesamt fünf Filme aus 64 Seiten über Tierwesen im Stil eines Schulbuches? Ganz offensichtlich ja, und heute startet der erste Teil dieser Reihe in den Kinos. Der Moment, auf den Potter-Fans nun seit drei Jahren ungeduldig warten?

"Das Thema wird bei den Fans nicht so hoch gehängt, wie man glauben könnte", sagt Saskia Preißner. Fans kennen ihren Namen seit fast 17 Jahren ziemlich gut - und Preißner wiederum ziemlich viele Fans. Im Alter von 14 Jahren hat sie gemeinsam mit ihrer damals zehnjährigen Schwester Sarah den (wegen bestehender Markenrechte natürlich inoffiziellen) Harry-Potter-Fanclub HPFC gegründet.

Kino im Kopf: anders als die Leinwand

"Wir haben im Januar 2000 ganz klein mit einer Webseite angefangen, dann stieg die Mitgliederzahl rasant bis auf 120.000", erinnert sich Saskia Preißner. Bis heute ist das Projekt nicht-kommerziell geblieben. Und obwohl der ganz große Potter-Hype längst abgeebbt ist, sind es immer noch 10.000 Mitglieder. Fans, die es ernst meinen, aktiv mitarbeiten, Hausaufgaben im Stile einer Zauberschule erledigen und natürlich am liebsten auch Zauberer wären. Und hundert Ehrenamtliche, die den Fanclub am Laufen halten.

Die Bücher stehen für die meisten Fans im Vordergrund. "Da entwickelt jeder seine eigenen Vorstellungen beim Lesen", so Saskia Preißner. Damals, als die ersten Potter-Filme dann herauskamen, habe es schon derbe Enttäuschungen unter vielen Fans gegeben. "Wir hatten viele Diskussionen darüber, wie die Darsteller aussahen oder welche Details in den Filmen nicht erwähnt wurden." Kino im Kopf ist halt anders als Leinwand.

Fehlende Buchvorlage kann eine Chance sein

Dass "Phantastische Tierwesen..." kein Roman mit eigener Handlung, sondern eben ein fiktives Nachschlagewerk ist, sieht die Potter-Fanclub-Gründerin denn auch eher als Chance: ohne Buchvorlage keine eigenen Phantasiewelten. Was aber auch heißt: ohne Buchvorlage erst einmal keine Erwartungen. Für Saskia Preißner, die nach eigener Aussage mittlerweile "nicht mehr so viel zaubert" und stattdessen mehr Zeit als Zahnmedizinerin in der Berliner Charité verbringt, war der Filmstart dennoch ein großes Thema. Wohl bemerkt: war – nicht ist.

Bereits Dienstagabend konnte sie gemeinsam mit anderen Clubmitgliedern den Film in einer Preview sehen und in die Welt der US-amerikanischen Zauberer der 1920er-Jahre eintauchen. Schauen, was passiert, wenn phantastische Tierwesen, die als "Zaubertöter bekannt" oder "Gefährlich" klassifiziert sind, in New York vor fast hundert Jahren ihr Unwesen treiben. Ganz ohne Harry Potter. Und? Klares Urteil: "Es war grandios!" Klingt fast so, als könnte da ein neuer Hype entstehen.

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