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Weniger Mitglieder, mehr Austritte

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Kirche in Deutschland - Weniger Mitglieder, mehr Austritte

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Im vergangenen Jahr sind mehr Menschen aus der Kirche ausgetreten als bisher. Katholiken und Protestanten haben heute beide aktuelle Zahlen zu ihren Mitgliedern veröffentlicht.

Die Zahl der Mitglieder der beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland sinkt weiter. 2018 gab es 23,0 Millionen Katholiken im Land, wie die Deutsche Bistumskonferenz heute mitteilte. 2017 waren es etwa 23,3 Millionen Mitglieder.

Auch bei den evangelischen Kirchen gingen nach eigenen Angaben die Mitgliederzahlen zurück, die Austritte stiegen dagegen. Rund 220.000 Protestanten kehrten im vergangenen Jahr ihrer Kirche den Rücken. Damit lag die Zahl der Kirchenaustritte 2018 rund 11,6 Prozent über dem Vorjahr. Die Gesamtzahl der Mitglieder der Evangelische Kirche sank auf 21,14 Millionen Mitglieder.

Die Kirchen erklären den Schwund vor allem mit der Alterung der Gesellschaft. Viele Gemeindemitglieder sterben, weniger Kinder werden geboren.

Allerdings häufen sich auch die Kirchenaustritte. Hier ist eine deutliche Zunahme bei der Katholischen Kirche seit 2010 zu verzeichnen. In diesem Jahr deckte der Jesuiten-Pater Klaus Mertens Missbrauch öffentlichwirksam auf.

Viele glauben uns nicht mehr, dass wir konsequent und entschlossen gegen Täter vorgehen
Hans Langendörfer, Sekretär der Bischofskonferenz

Der Sekretär der Bischofskonferenz, Hans Langendörfer, bezeichnete die Entwicklung als "besorgniserregend". Ein Grund für die gestiegene Zahl der Austritte sei sicher auch die im September veröffentlichte Missbrauchsstudie. Dadurch sei eine große Debatte ausgelöst worden. "Viele glauben uns nicht mehr, dass wir konsequent und entschlossen gegen Täter vorgehen", erläuterte Langendörfer der Deutschen Presse-Agentur.

Einen sehr hohen Wert erreichten die Austrittszahlen auch in 2014. Damals sorgte der Skandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst für den bisherigen Höchststand von 217.716 Austritten in einem Jahr.

Jeder Austritt schmerzt
Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, betonte: "Jeder Austritt schmerzt. Da Menschen heute, anders als früher, aus Freiheit entscheiden, ob sie der Kirche angehören wollen, gilt es für uns heute noch deutlicher zu machen, warum die christliche Botschaft eine so starke Lebensgrundlage ist."

Als weitgehend stabil erwies sich laut Statistik die Zahl der Taufen und Aufnahmen in der evangelischen Kirche: Mit rund 170.000 Taufen und rund 25.000 Aufnahmen liegen die hochgerechneten Zahlen annähernd auf Vorjahresniveau. Die Zahl der evangelisch Verstorbenen lag 2018 mit rund 340.000 ebenfalls in vergleichbarer Größenordnung wie im Vorjahr.

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