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Berliner Philharmoniker - Kirill Petrenko läutet neue Ära ein

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Der gebürtige Russe Kirill Petrenko dirigiert heute zum ersten Mal als Chef die Berliner Philharmoniker. Und am Samstag heißt es dann: Beethoven-Open-Air vor dem Brandenburger Tor.

Kirill Petrenko mit den Berliner Philharmonikern
Kirill Petrenko mit den Berliner Philharmonikern: "Als Musiker sind wir Geschichtenerzähler."
Quelle: dpa

Der Maestro macht sich seit über zehn Jahren rar und gibt kaum Interviews. Kirill Petrenko lässt wohl lieber die Musik für ihn sprechen.

Das Stück für sein Auftaktkonzert hat der neue Chef der Berliner Philharmoniker ganz bewusst gewählt: Die Neunte Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Er betont: "Sie enthält für mich all das, was uns als Menschheit auszeichnet." Das Werk handelt von der Freude, der weltumspannenden Brüderlichkeit aller Menschen und vom Überwinden von Grenzen und Gegensätzen.

Beethovens Original in Berlin

Die Originalpartitur von Beethovens Neunter Sinfonie erlebte Teilung und Wiedervereinigung - so wie Deutschland. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Dokument zu seinem Schutz aufgeteilt. So wanderte ein Teil in die Ost-Berliner Staatsbibliothek, während der andere in der Staatsbibliothek im Westteil Berlins ruhte.

Erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands - im Jahr 1997 - wurden auch die beiden Teile der Partitur wieder vereint. Heute befindet sie sich komplett in der Berliner Staatsbibliothek - ein Ort, den Kirill Petrenko im Vorfeld des Konzerts oft besuchte, um Beethovens Noten im Original zu studieren.

Jeder Chefdirigent formt eine ganze Ära

Die Neunte Sinfonie steht nicht nur unter dem Zeichen des 30-jährigen Mauerfall-Jubiläums, mit ihrer Wahl fügt sich Petrenko ein in die Reihe seiner berühmten Vorgänger. Denn: Er tritt in große Fußstapfen - Claudio Abbado, Herbert von Karajan und eben Sir Simon Rattle, um nur einige zu nennen.

Ausnahmedirigent und Weltklasse-Orchester

Kirill Petrenko gilt als Ausnahmedirigent. 1972 geboren, wuchs er in der sibirischen Stadt Omsk auf. Mit seiner Herkunft fügt er sich harmonisch in das internationale Ensemble der Berliner Philharmoniker ein: In dem Orchester von Weltrang sind 28 Nationalitäten vertreten.

An den Dirigenten Kirill Petrenko stellen sich hohe Erwartungen bei seiner ersten Spielzeit mit den Berliner Philharmonikern. Er ist medienscheu und gibt eigentlich keine Interviews, anders bei der Programmpressekonferenz.

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Nach nur drei gemeinsamen Projekten wählte das Orchester Petrenko im Juni 2015 zu ihrem künstlerischen Leiter. Der neue Chefdirigent zeigte sich voller Tatendrang: "Ich nehme mit großer Freude diese Herausforderung an." Unter Insidern heißt es, dass viele im Orchester "schockverliebt" sind. Berlin ist für Petrenko nicht neu: Von 2002 bis 2007 war er bereits Generalmusikdirektor der Komischen Oper.

Klassik und Romantik als Schwerpunkt

In der kommenden Spielzeit dirigiert er zunächst 16 Konzerte. Petrenko plant darüber hinaus, zu Beethovens 250. Geburtstag neben der Neunten Sinfonie auch seine "Missa Solemnis" und die Oper "Fidelio" aufzuführen. Dann will er mit den Philharmonikern auf Welt-Tournee gehen.

Open Air am Brandenburger Tor

Brandenburger Tor
Am Samstag gibt's Beethoven am Brandenburger Tor.
Quelle: imago

Wer heute bei Petrenkos ausverkauftem Auftaktkonzert nicht dabei sein kann, hat die Möglichkeit, europaweit in 145 Kinos der Musik zu lauschen.

Das kostenlose Open-Air-Konzert am Samstag wird eine neue Ära einleiten. Zwei Jahre tüftelten die Philharmonie und die Stadt Berlin an dem Großereignis. 35.000 Besucher werden erwartet. Sicherheitsvorkehrungen sollen einen reibungslosen Konzertabend garantieren.

"Als Musiker sind wir Geschichtenerzähler"

Mit Spannung erwartet die Welt nun, wie Petrenko mit Beethoven an 30 Jahre Mauerfall und die Überwindung von Grenzen erinnern wird. In Petrenkos Worten: "Als Musiker sind wir Geschichtenerzähler."

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