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Neue Studie - Kita-Leiter fühlen sich im Stich gelassen

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Egal in welcher Partei - immer wieder betonen Politiker die Wichtigkeit der Kindertagesstätten. Die betroffenen Erzieher überzeugen sie damit nicht.

Der Erzieher-Beruf wird immer anspruchsvoller: Die Ganztagsbetreuung wächst, Kitas übernehmen Bildungsaufgaben, fördern Inklusion und Sprache. Auch die Verwaltung wird immer mehr. Viele Mitarbeiter sind überlastet und fühlen sich vom Staat alleingelassen.

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Deutsche Kita-Leitungen fühlen sich von der Politik allein gelassen. Nur jeder fünfte Kita-Leiter sagte in einer Studie für den Verband Bildung und Erziehung (VBE), dass die Arbeit der Erzieher von der Politik tendenziell wertgeschätzt wird. Hatte die Studie 2017 noch einen positiven Trend gesehen, machte sich nun Ernüchterung breit. Eine starke bis sehr starke Wertschätzung empfanden sogar nur vier Prozent.

Zu wenig politische Unterstützung

"Das müsste Politikern die Schamesröte ins Gesicht treiben", meint der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann. Die Politik lasse Versprechungen keine Taten folgen. Diese Ansicht teilten auch die Befragten der Studie. Nur etwa zwei Prozent der Kita-Leitungen sahen in dieser eine nennenswerte Unterstützung durch politische Akteure. Allgemein gebe es auch ein Image-Problem. So halte sich bei vielen Menschen das Bild der "Basteltante" - 95 Prozent der Erzieher sind Frauen. Es gebe das Vorurteil, sie "spielen, basteln und betreuen die Kinder nur".

Auch die Zustimmungswerte für die Unterstützung der Kita-Träger gingen leicht zurück. Bewerteten 2016 noch 83 Prozent der Befragten diese positiv, fiel der Wert 2017 auf 78 Prozent. Die Autoren der Studie sehen einen möglichen Grund bei der in einigen Bundesländern "prekären Finanzsituation" der Träger, unter anderem in Nordrhein-Westfalen. Die fehlenden Mittel zeigen sich auch beim Personal, so könnten laut dem wissenschaftlichen Begleiter der Studie, Prof. Ralf Haderlein von der Hochschule Koblenz, bis 2025 bundesweit rund 300.000 Beschäftigte fehlen, davon etwa ein Viertel in NRW. Die Kosten für eine Angleichung an den europäischen Standard schätzt er auf bis zu zehn Milliarden Euro jährlich.

"Schlüsselposition" bei der Armutsbekämpfung

Außerdem betonte die Studie eine "Schlüsselposition" der Kitas bei der Armutsbekämpfung. So könnten sie frühzeitig Unterstützungs- und Hilfsangebote an die Betroffenen vermitteln und durch hochwertige Bildung und Erziehung zu mehr Chancengleichheit beitragen. Problematisch sei allerdings, dass sich der Kontakt zu armen Familien aus Sicht der Hälfte der Befragten schwierig gestaltet.

Kitas sind der Studie zufolge besonders mit Armut konfrontiert, "da Fachkräfte im direkten Kontakt mit Kindern und Familien Armutsfolgen unmittelbar erleben". Etwas mehr als die Hälfte der Kita-Leiter stimmt dabei tendenziell der Behauptung zu, dass die Zahl der von Armut betroffenen Kinder bei ihnen steigt. Das stehe im Kontrast zu den statistischen Armutsquoten, die keine deutliche Steigerung verzeichnen. In dieser verdeckten Armut sehen die Autoren ein besonderes Problem. Es sei darum nötig, "Armut noch stärker zum Thema zu machen". Nur die Hälfte der Kitas habe spezielle Angebote für betroffene Familien.

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