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Kittel überholt Zabel

Nachrichten - Kittel überholt Zabel

Marcel Kittel hat mit seinem Sieg auf der 10. Etappe seinen insgesamt 13. Tageserfolg bei der Tour gelandet. Damit überholte er Erik Zabel, der zwölf Etappenerfolge erreicht hatte.

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Marcel Kittel (Team Quick-Step Floors) setzte sich auf dem 178 Kilometer langen Abschnitt von Perigeux nach Bergerac souverän vor dem Geraer John Degenkolb (Trek-Segafredo) durch.

Für Kittel war es der vierten Etappenspieg dieser Tour. Er baute damit seine Führung im Kampf um das Grüne Trikot des besten Sprinters aus. Das Gelbe Trikot behauptete Titelverteidiger Christopher Froome (Großbritannien/Sky).

Tränen in den Augen

Im Ziel - als die ersten Interviewanfragen kamen - wischte sich Marcel Kittel eine Träne aus dem Augenwinkel. "Diesen Rekord alleine zu haben, bedeutet mir sehr viel", sagte er: "Als ich mit dem Radsport begonnen habe, konnte ich mir nicht einmal vorstellen, je die Tour zu fahren - und jetzt bin ich hier."

In der Manier eines ganz großen Champions hatte der 29 Jahre alte Arnstädter die Etappe gewonnen, die Konkurrenz im fünften Massensprint der laufenden Schleife in Grund und Boden gefahren. "Marcel ist von einem anderen Planeten, was die Schnelligkeit angeht", sagte John Degenkolb, der mit mehreren Radlängen Rückstand auf den Kittel ins Ziel fuhr. "Das ist schon sehr beeindruckend, was Marcel hier macht", sagte auch Froome.

Schwieriges Finish

Der im schwierigen Finish mit zwei 90-Grad-Kurven auf dem letzten Kilometer noch so coole Kittel wusste hingegen nicht, wohin mit seinen Gefühlen. "Ich kann es nicht glauben, bin überglücklich. Vier Etappensiege - ich bin überwältigt", sagte er und grinste wie ein Honigkuchenpferd.

Und seine Tour-Mission ist noch lange nicht beendet: Kittel, der 2013 und 2014 ebenfalls vier Mal bei der Tour gesiegt hatte, setzt seine Rekordjagd schon am Mittwoch fort, wenn die elfte Etappe in Pau am Rande der Pyrenäen mit dem nächsten Massensprint enden dürfte. Fünf oder mehr Etappensiege bei einer einzigen Tour hat in der Geschichte der Frankreich-Rundfahrt als einziger reiner Sprinter Mark Cavendish erreicht: Der Brite gewann 2009 sechs Mal, 2010 und 2011 sicherte er sich jeweils fünf Erfolge.

Greipel fährt hinterher

Während Rüdiger Selig (Bora-hansgrohe) als Vierter das grandiose deutsche Ergebnis perfekt machte, blieb Routinier Andre Greipel wieder zurück. Obwohl das Lotto-Team des Rostockers in der Anfahrt des schwierigen Sprints viel Arbeit leistete, kam der 34-Jährige nur auf Platz zwölf. Seit seinem Debüt 2011 hat Greipel bei jeder Tour mindestens eine Etappe gewonnen - diese Serie droht nun zu reißen.

Dabei hatte sich die Reihe der Sieganwärter unter den Sprintern sichtlich gelichtet: Cavendish - verletzt ausgestiegen. Peter Sagan - ausgeschlossen worden. Arnaud Demare, dem Kittel am Freitag bei Etappensieg drei das Grüne Trikot abgenommen hatte - auf der Königsetappe am Sonntag am Zeitlimit gescheitert.

Alle Augen auf Kittel

Dementsprechend schauten alle auf Kittel, doch der Thüringer hielt dem Druck problemlos stand. Auf der Zielgeraden ging er zum richtigen Zeitpunkt in den Wind, niemand konnte dem Antritt des Hünen folgen. Am ehesten hielt noch Degenkolb mit, der aber keine realistische Chance auf seinen ersten Etappensieg bei einer Frankreich-Rundfahrt hatte.

"Mit Platz zwei bin ich zufrieden", sagte Degenkolb: "Ich habe mich an Marcel gehalten und dann wie beim Fußball abgestaubt." Gegen einen Kittel in außerirdischer Form, das wusste auch "Dege", kann auch er derzeit nichts ausrichten.

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