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Klausurtagung der CSU in Kloster Banz - Beim Wettern gegen links vereint

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"Randale, Bambule, Anarchie!" Mit diesem Schlachtruf eröffnet CSU-General Scheuer die Klausurtagung der Landesgruppe in Kloster Banz. Die Gewalt während G20 bedient gleich zwei zentrale Themen der CSU: Innere Sicherheit und das Schreckgespenst einer linken Republik.

Hamburg versucht, zur Normalität zurückzukehren. Aber der G20-Gipfel und seine Folgen haben sich tief ins Bewusstsein der Stadt gegraben. In den besonders betroffenen Vierteln hat die Polizei Infostände aufgebaut, wo sich Geschädigte melden können.

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"Linke Saubande", schimpft Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt über die Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg. Er wirkt dabei fast erleichtert, dass er wenigstens kurz bei einem Thema Dampf ablassen darf, das vielen noch mehr stinkt als sein Dauerbrenner Dieselskandal. Dobrindt ist gerade erst im oberfränkischen Kloster Banz angekommen. Irgendwie ist er im Pulk der Journalisten stecken geblieben, die sich hinter dem eindrucksvollen Torbogen eigentlich versammelt haben, um die Begrüßung durch CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer anzuhören.

Christoph Röckerath
Christoph Röckerath Quelle: ZDF

Der ist längst da und hatte bereits versucht, sich mit einem vorsichtigen "Ja, äh…" an den bereit stehenden Mikrofonen bemerkbar zu machen. Zunächst aber lässt er dem Spontanreferat des Verkehrsministers zu linken Chaoten und - natürlich - betrügerischen Dieselfahrzeugen den Vortritt.

Das Thema G20-Krawalle passt

Dann darf Scheuer einen seiner Schlagwortsätze zum Besten geben, die er sich  gerne zu besonderen Anlässen zurechtlegt. Heute lautet er: "Randale, Bambule, Anarchie!" Gemeint ist damit nicht ein Ausblick auf die beginnende Klausurtagung der CSU-Landesgruppe, sondern seine Analyse der Ausschreitungen am Rande des G20 Gipfels.

Offiziell soll das Treffen dazu dienen, die CSU-Bundestagsabgeordneten gemeinsam mit Parteispitze und Bundeskanzlerin auf den Wahlkampf einzuschwören. Das Thema G20-Krawalle passt. Innere Sicherheit war vorher schon ein zentrales Thema der CSU. Ebenso die Warnung vor einer Rot-Rot-Grünen Republik. Die Ereignisse von Hamburg bringen für die Bayern beides zusammen.

Selbst die sonst so diplomatische Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt tadelt scharf "die Linken" für die angebliche Verharmlosung der Gewalt. Man müsse "das Übel an der Wurzel packen", Links- und Rechtsextremismus auf gleiche Art und Weise bekämpfen, fordert sie.

"Glücklich ist, wer vergisst"

Horst Seehofer steht ruhig neben ihr und gibt sich anschließend betont sachlich. Rücktrittsforderungen an Hamburgs Bürgermeister Scholz lehnt er ab. Es ginge jetzt nicht um Personen, sondern darum, Kriminellen das Handwerk zu legen. Diese würden nur eine Sprache verstehen - die eines starken Staates, sagt er und fordert Konsequenzen:

Bei der ohnehin im Wahlprogramm geplanten Aufstockung der Polizei um 15.000 Beamte müsse es nicht bleiben, da sei auch mehr denkbar. Außerdem müsse sich das Land solidarisch hinter die Polizei stellen und sich ernsthaft mit dem Linksextremismus auseinandersetzen.

Vom unionsinternen Streit dagegen wollen sie nichts mehr wissen. Gerda Hasselfeldt hatte vor zwei Jahren hier in Banz für ihre vermittelnde Rolle zwischen CSU und Kanzlerin viel Prügel von der eigenen Partei einstecken müssen. Heute zitiert sie aus der Operette "Die Fledermaus": "Glücklich ist, wer vergisst." Horst Seehofer schmunzelt achselzuckend: "Die einen haben mehr diplomatisches Geschick - die anderen sind Bayern."

Harmonie gefordert

Keine vier Stunden später schreiten Seehofer und Hasselfeldt durchs Tor des Klosters, um außerhalb der klösterlichen Sicherheitszone auf die Kanzlerin zu warten. Unter dem Applaus einer Handvoll Einheimischer, für die sich Angela Merkel eine halbe Minute am Wegesrand Zeit nimmt - es ist schließlich Wahlkampf - schreiten sie zu dritt zurück ins Kloster.

"Willkommen auf Bayerischem Boden", sagt Horst Seehofer zu Merkel. Diese lobt lächelnd - ein bisschen Sticheln gegen den nicht immer so gastfreundlichen CSU-Chef muss sein - das stets kameradschaftliche Verhalten von Gerda Hasselfeldt und dann sich selbst für einen erfolgreichen G20-Gipfel.

Womit sich alle beim Thema vom Morgen einfinden: Mehr Sicherheit für weniger Randale. Die Sicherheitskräfte bräuchten mehr Ausrüstung und mehr Personal, sagt die Kanzlerin.

Damit dürfte sie den perfekten Ton gesetzt haben für eine Klausurtagung, bei der nur ein Ergebnis erlaubt ist: Harmonie innerhalb der Union im Angesicht des Wahlkampfs.

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