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Ikea zahlt 41 Millionen Euro an Eltern

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Kleinkind von Kommode erschlagen - Ikea zahlt 41 Millionen Euro an Eltern

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Ein Zweijähriger kam in den USA unter tragischen Umständen ums Leben: Eine Ikea-Kommode war auf den Jungen gestürzt. Ikea zieht nun Konsequenzen aus dem Fall.

Rechtsanwälte der Familie Dudek gehen an IKEA's Malm vorbei am 06.01.2020 in Philadelphia (USA)
Die Ikea-Kommode vom Typ "Malm" (rechts im Bild) wiegt 32 Kilogramm und kostete ein Kleinkind das Leben. Die Rechtsanwälte der Familie Dudek (links im Bild) haben sich nun mit dem Konzern geeinigt.
Quelle: AP

Der Fall hatte für Bestürzung gesorgt: Ein zweijähriger Junge wurde von einer Ikea-Kommode erschlagen. Das 32 Kilogramm schwere Möbelstück "Malm" war auf das Kind gekippt, als dieses darauf klettern wollte, schreibt die Washington Post. Es starb später an den Folgen seiner Verletzungen. Nach dem tragischen Unfall zogen die Eltern des Jungen vor Gericht. Ihr Vorwurf: Das Unternehmen habe Kunden nicht dazu ermahnt, die Möbelstücke an die Wand zu dübeln - obwohl Ikea von der Umkippgefahr gewusst haben soll.

Kritik an der Rückrufaktion

Nun haben die Eltern eine gerichtliche Einigung erzielt - rund drei Jahre nach dem Tod des Kindes. Sie erhalten umgerechnet 41 Millionen Euro vom schwedischen Einrichtungskonzern. Dies teilten die Anwälte der in den USA lebenden Familie Dudek mit.

Die Klage landete vor einem Gericht in Philadelphia: Laut Familie Dudek, habe der Konzern von der Umkippgefahr der Malm-Kommoden gewusst. Zuvor sollen bereits etliche Kinder verletzt oder getötet worden seien. Vier Kinder seien im Jahr 2016 durch die "Malm"-Kommode ums Leben gekommen, schreibt die Zeitung. Daraufhin habe Ikea eine Rückrufaktion gestartet - und etwa 17,3 Millionen Kommoden und Schubladen zurückgerufen.

Ikea verspricht Präventionsarbeit

Die Dudeks sollen nie etwas von diesem Rückruf erfahren haben, steht in dem Bericht der Washington Post. Das Unternehmen Ikea hätte die Familie nicht kontaktiert. "Produktrückrufe seien bekanntermaßen ineffektiv", zitiert die Zeitung die Anwälte der Familie. Nach dem Rückruf seien vier weitere Kinder gestorben sein, inklusive der Sohn der Dudeks.

Der Vergleich soll die Informationspolitik nun ändern. Er sieht vor, dass sich Ikea-Vertreter mit Akteuren der Gruppe Parents Against Tip-Overs treffen müssen. Die Organisation hat sich das Ziel gesetzt, sogenannte Umkipp-Unfälle durch Präventionsarbeit zu verhindern. Ikea habe sich zudem verpflichtet, beim Rückruf von Kommoden die Öffentlichkeitsarbeit für die Verbraucher auszuweiten.

Ikea-Produkte sollen sicherer werden

Zwar ändert der Vergleich nichts an den tragischen Vorfällen, die uns hierhergebracht haben, doch sind wir um der Familie und allen Betroffenen willen dankbar, dass dieses Verfahren zu einer Klärung gekommen ist.
Möbelhaus Ikea

Ikea kondolierte den Eltern des toten Jungen. Man gehe das "äußerst wichtige Thema der Sicherheit im Haushalt" an, indem unter anderem Verbraucher geschult, Sicherheitsworkshops angeboten und Produkte sicherer gemacht würden, teilte das Unternehmen mit. "Zwar ändert der Vergleich nichts an den tragischen Vorfällen, die uns hierhergebracht haben, doch sind wir um der Familie und allen Betroffenen willen dankbar, dass dieses Verfahren zu einer Klärung gekommen ist."

Die Familie Dudek will den Angaben zufolge eine Million Dollar aus der Vergleichszahlung an Gruppen spenden, die sich für strengere Robustheitstests bei Kommoden einsetzen.

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