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Internet für Kinder - Klexikon - Wikipedias kleine Schwester

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Über 2.000 Artikel vom Aachener Dom bis Rolf Zuckowski bietet das "Klexikon". Kinder von sechs bis zehn Jahren können hier erste Erfahrungen mit Online-Enzyklopädien sammeln.

Mädchen am Laptop am 24.01.2014
Mädchen am Laptop am 24.01.2014 Quelle: dpa

Viele Internetnutzer haben es sich angewöhnt: Sobald sie etwas wissen wollen, schlagen sie schnell in der Online-Enzyklopädie Wikipedia nach. Wie hoch ist der Kölner Dom? Woher kommen eigentlich Bananen? Wie heißt nochmal das Kinder-Musical von Peter Maffay? Alle diese Fragen interessieren auch Kinder. Doch gerade für Leseanfänger sind die Informationen in der Online-Enzyklopädie nur schwer zu verstehen: Die Artikel sind lang und komplex und setzen zuweilen viel Vorwissen voraus.

Wissen für Leseanfänger

"Kinder nutzen Wikipedia, obwohl sie eigentlich nicht für Kinder geschrieben ist", sagt der Journalist Michael Schulte. Vor drei Jahren hob er deshalb mit seinem Co-Initiator Ziko van Dijk das "Klexikon" aus der Taufe - ein Internetlexikon speziell für Kinder zwischen sechs und zehn Jahren.

Inzwischen haben die freiwilligen Autoren des Projekts über 2.000 Artikel angesammelt, die sich speziell an Kinder richten. So erfahren Leser der Wikipedia und anderer Lexika in Artikeln über Tierarten zuerst den lateinischen Namen der beschriebenen Spezies. Im Klexikon hingegen beginnen die Artikel mit dem Offensichtlichen. Der Artikel über Aale fängt zum Beispiel mit diesem Satz an: "Aale sind Fische, die wie Schlangen aussehen."

Jugend- und werbefrei

Das Klexikon wurde von Wikimedia Deutschland gefördert, ist aber ansonsten komplett unabhängig von der großen Online-Enzyklopädie. Betreiber ist nun der Verein Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet, der es sich zum Ziel gemacht hat, Lehr- und Lernmaterialien kostenlos online bereitzustellen. Dank dieser Unterstützung ist Klexikon werbefrei, die jungen Leser werden nicht mit Werbebannern für Spielzeug und andere Produkte konfrontiert.

Wikipedia und Klexikon nutzen die gleiche Software, die Autoren arbeiten hier wie da freiwillig und unbezahlt. Insgesamt ist das Klexikon aber deutlich restriktiver als die Wikipedia. So kann nicht jeder Besucher einfach anfangen, an den Artikeln mitzuschreiben - die Autoren müssen erst freigeschaltet werden. Auf diese Weise müssen Leser keine Angst haben, dass plötzlich mitten im Artikel ein nicht-jugendfreies Bild auftaucht oder dass Kinder auf den Diskussionsseiten in einen erbitterten Streit erwachsener Autoren geraten.

Noch ungeklärt: Was ist ein Pups?

Hohe Hürden will Schulte aber nicht errichten. "Wer uns eine E-Mail schickt, kann einfach einen Account zum Mitschreiben bekommen", sagt er im Gespräch mit heute.de. Bisher hat das Lexikon 100 Mitautoren gefunden, bis zu 20 davon arbeiten regelmäßig mit. Zwar gibt es auch einige Kinder-Autoren, der Großteil der Arbeit wird aber von Erwachsenen gestemmt.

Das Wachstum verläuft deshalb auch langsamer als beim großen Vorbild. Schulte ist dennoch zufrieden. "Wir müssen keine zwei Millionen Artikel anstreben, wie sie derzeit in der Wikipedia zu finden sind", erklärt der Journalist. So bildeten die 2.000 Artikel bereits einen stabilen Wissensschatz, der vieles übersteige, was in kommerziellen Kinder-Lexika zu finden ist. Die Wunschliste für Artikel wurde von den freiwilligen Autoren bereits weitgehend abgearbeitet. Vereinzelt gibt es aber noch Lücken. So suchen die Initiatoren zum Beispiel noch einen Autoren, der kindgerecht erklären kann, was denn ein "Pups" ist.

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