Sie sind hier:

Alarmierender UN-Bericht - Klimaziele: Dreifach höhere Anstrengung nötig

Datum:

Die bisherigen Anstrengungen im Kampf gegen die globale Erwärmung reichen nicht aus, warnen UN-Experten: Wenn die Staaten so weiter machen wie bisher, droht eine Katastrophe.

Archiv: Eisbrocken brechen vom Perito-Moreno-Gletscher ab, aufgenommen am 10.03.2016 in El Calafate (Argentinien)
Schmelzen der Eiskappen, Anstieg der Meeresspiegel, mehr Wetterextreme: Die Folgen des Klimawandels sind schon jetzt spürbar.
Quelle: ap

Es ist ein alarmierender Bericht zum Klima: Die weltweiten Emissionen nehmen weiter zu und machen das Erreichen des Zwei-Grad-Ziels immer unrealistischer. Um es überhaupt noch erreichen zu können, müssten die bisherigen Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel verdreifacht werden. Das steht im sogenannten "Emissions gap report" der UN-Umweltorganisation (Unep), der heute vorgestellt wird.

Die tatsächlichen Bemühungen sind demnach unzureichend - und weit von den angestrebten Klimazielen entfernt. Ein Beleg dafür: Die weltweiten Emissionen haben ein historisches Level erreicht - und liegen bei mehr als 53,5 Gigatonnen CO2. Eine Gigatonne entspricht einer Milliarde Tonnen. Hauptgründe dafür sind ein höheres Wirtschaftswachstum bei langsamerer Abnahme des Energieverbrauchs - vor allem mit Blick auf Kohle.

Nur 57 Prozent der Länder auf dem richtigen Weg

Die Erkenntnisse dienen auch als Grundlage für die 24. UN-Klimakonferenz vom 3. bis 14. Dezember im polnischen Kattowitz. Die Experten sind auch deshalb alarmiert, weil sich nicht abzuzeichnen scheint, dass bald ein Höhepunkt erreicht ist und der CO2-Ausstoß wieder abnimmt. Laut Bericht sind nur 57 Prozent der Länder auf dem richtigen Weg, ihren Kohlendioxid-Ausstoß bis 2030 zu reduzieren. Diese Länder sind für 60 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich.

Sie schreiben weiter, dass das aktuelle Tempo der nationalen Bemühungen nicht ausreichend sind, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Der erhöhte Ausstoß und die zögerlichen Aktionen sorgten dafür, dass die sogenannte "emission gap" größer als jemals zuvor sei. Mit dieser "gap" (zu Deutsch: Lücke) ist der Unterschied gemeint zwischen den prognostizierten Emissionen für das Jahr 2030 und den Emission, die noch mit dem Erreichen des Klimaziels vereinbar wären.

Nur drei G20-Staaten erfüllen Bedingungen

Momentan seien die G20-Länder nicht auf dem Weg, ihre national festgelegten Ziele für 2030 zu erfüllen - nur Brasilien, China und Japan liegen im festgelegten Rahmen. Deshalb müssten die Anstrengungen verdreifacht werden, um das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten. Um die 1,5-Grad-Grenze nicht zu überschreiten, müssten die Anstrengungen sogar verfünffacht werden.

"Mehr als jemals zuvor müssen die Länder jetzt handeln", mahnen die Autoren. Denn viele Wissenschaftler warnen schon bei plus 1,5 Grad bis Ende des Jahrhunderts vor kaum tragbaren Folgen für die Menschheit: Schmelzen der Eiskappen, Anstieg der Meeresspiegel, mehr Wetterextreme.

Forscher verstehen Bericht als Warnung

Wenn es keine Trendwende gibt, würde die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts bei etwa drei Grad liegen - und weitere Temperaturanstiege nach sich ziehen, schreiben die UN-Experten. Sie sehen zwar noch eine Chance, das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Der Bericht solle aber als Warnung verstanden werden.

Der Report zeigt auch konkrete Wege auf, um die Klimaziele einzuhalten. So hakt es demnach zum Beispiel besonders bei der Reduzierung der Subventionen für fossile Brennstoffe, Förderprogrammen für erneuerbare Energien, E-Mobilitäts-Programmen und Emissionsnormen bei schweren Nutzfahrzeugen.

Klimakonferenz Anfang Dezember in Kattowitz

Erst in der vergangenen Woche hatten zahlreiche europäische Staats- und Regierungschefs vor der Weltklimakonferenz in Kattowitz größeren Ehrgeiz bei der Begrenzung der Erderwärmung gefordert. Deutschland und 15 weitere Länder hatten eine Erklärung unterzeichnet, die mehr Engagement bei der Verringerung von Treibhausgasemissionen fordert.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.