Sie sind hier:

"maybrit illner" - VW-Chef schließt neue Diesel-Manipulationen aus

Datum:

Neue Schummel-Software bei Diesel-Autos von Volkswagen? VW-Chef Diess widerspricht: "Der Motor hat keine Abschalteinrichtung", sagte er in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

Herbert Diess bei "maybrit illner"

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Der VW-Vorstandsvorsitzende Herbert Diess hat Berichten über neue Abgasmanipulationen bei Diesel-Autos widersprochen. "Gott sei Dank ist nichts dran an der Geschichte", sagte Diess. Bereits 2015 habe er klären lassen, ob es auch Manipulationen in neueren Motoren gebe. "Man hat mir hoch und heilig versprochen, die sind sauber." Der SWR hatte zuvor unter Verweis auf vertrauliche Dokumente berichtet: Auch in neuere VW-Diesel-Motoren mit Euro-6-Abgasnorm sei eine Software eingebaut, die erkenne, ob sich das Auto auf einem Prüfstand befinde.

VW: Keine Manipulationsabsicht

Der VW-Chef räumte dies zwar ein, bestritt aber eine Manipulationsabsicht. "Prüfstandserkennung per se braucht man immer", sagte Diess. Die entscheidende Frage laute: "Nutzt man diese Prüfstandserkennung, um im Fahrbetrieb andere Emissionswerte zu erzielen?" Dies sei "sicherlich nicht der Fall", versicherte der Manager. Der betreffende Motor sei vom Kraftfahrtbundesamt und auch von externen Instituten geprüft worden. "Der Motor hat keine Abschalteinrichtung", stellte Diess klar.

Gefährlich, dreckig und unnötig? Nach einem schrecklichen Unfall mit einem SUV mitten in Berlin fordern viele nun, die Geländesportwagen zumindest in Innenstädten zu verbieten. Darüber entbrannte auch bei "maybrit illner" eine emotionale Diskussion.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter zeigte sich skeptisch, ob Diess die Wahrheit sagt. "Wir haben schon so viele Zusicherungen der Autoindustrie gehört", meinte Hofreiter mit Blick auf den Diesel-Skandal. "Und dann hat es am Ende häufig leider nicht gestimmt." Für Hofreiter muss sich in der Verkehrspolitik "Grundlegendes ändern". Argumente, CO2-Emissionen machten insgesamt "nur drei bis vier Prozent aus", könne er nicht mehr hören. "Irgendwann sind unsere Lebensgrundlagen ruiniert", sagte Hofreiter. Die Politik müsse dringend mehr für Bahn, Fahrradfahrer und Fußgänger tun.

Kretschmer: Keine Volkserziehung

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) warnte vor zusätzlichen Belastungen für die Bürger aufgrund des Klimaschutzes. "Wir leben in einem freien Land, wir leben in einer Marktwirtschaft, und deswegen machen wir hier nicht Volkserziehung", sagt Kretschmer. Es gehe nicht um "neue Steuern, Abgaben und Verbote", sondern um Innovation und Wettbewerb. "Der Markt, der Verbraucher entscheidet, welchen Weg er geht." Die drohenden Strafzahlungen der EU seien für die Automobilindustrie "die beste Motivation", sagte der CDU-Politiker. "Deswegen muss man jetzt nicht die Verbraucher zusätzlich noch schröpfen."

Die Große Koalition will sich in der kommenden Woche auf ein Klimaschutzpaket verständigen. Dabei stehen auch höhere Preise für Kraftstoff und höhere Kfz-Steuern für große Autos zur Debatte. Davor warnt Ibrahim Gaddar. Der Pendler fährt jeden Tag von Castrop-Rauxel nach Solingen. Hin und zurück machen das gut 120 Kilometer, für die er mindestens vier Stunden brauche - weil er immer im Stau stehe. Gaddar sagte, er habe keine Alternative. Die Bahn findet er unpünktlich und unzuverlässig. Und E-Autos seien ihm zu teuer. "Ich habe drei Kinder. Da ist jeder Cent wichtig", sagt Gaddar.

Proteste auf Frankfurter Auto-Messe

Der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer warnte davor, schwere und große SUV-Autos als "Teufelszeug" zu brandmarken. Das sei "billiger Populismus". Auch Dudenhöffer sieht kaum Alternativen zu Fahrzeugen. "Das Bahn-Fahren funktioniert seit 70 Jahren nicht. Warum soll es im 71. Jahr funktionieren?" Notwendig sei ein umweltfreundliches Auto. "Wir müssen die Autos emissionsfrei machen", sagte Dudenhöffer.

Die Klimaaktivistin Janna Aljets, auch bekannt unter dem Kunstnamen "Tina Velo", vermisst bei ihren männlichen Mitdiskutanten Kreativität. Laut Aljets droht eine globale Erwärmung um über drei Prozent. Der Verkehrssektor müsse dringend die Emissionen senken, doch die Autobauer hätten das verschlafen. "Wir haben keine gerechte Mobilität", kritisierte Aljets - und rechtfertigt die Proteste auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt: "Die Reichen verpesten die Luft auf Kosten künftiger Generationen."

Dem Autor auf Twitter folgen: @raphael_rauch

Die ganze Sendung:

"maybrit illner“ mit dem Thema "Klima, Pendler, Arbeitsplätze – der Kulturkampf ums Auto" vom 12. September 2019.

Beitragslänge:
64 min
Datum:
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.