Sie sind hier:

Menschengemachter Klimawandel - Klimabericht widerspricht Trumps Äußerungen

Datum:

Ein neuer Expertenbericht zum Klimawandel widerspricht den Äußerungen von US-Präsident Trump. Die Erderwärmung sei Realität - und wahrscheinlich vom Menschen verursacht.

Eis am Nordpol schmilzt
Quelle: dpa

Kurz vor der UN-Klimakonferenz hat ein im Auftrag der US-Regierung erstellter Expertenbericht zum Klimawandel Äußerungen von US-Präsident Donald Trump widersprochen. Die Erderwärmung sei eine Realität, sie werde mit größter Wahrscheinlichkeit vom Menschen verursacht und sie wirke sich auf das tägliche Leben der Bürger aus, resümierten die Experten in einem am Freitag veröffentlichten Gutachten.

Trump hatte den Klimawandel wiederholt in Frage gestellt und den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen angekündigt. Der Bericht wurde von der Behörde für Ozean- und Atmosphärenforschung (NOAA) zusammengestellt. Finanziert wurde er unter anderem mit Mitteln des Energieministeriums und der Raumfahrtbehörde NASA.

Ein Grund für die Erwärmung sind Treibhausgase

In dem Gutachten ziehen die Experten eine Zwischenbilanz zu den Erkenntnissen über den Klimawandel. "Unsere Zeit ist nun die wärmste in der Geschichte der modernen Zivilisation", heißt es in dem Text. In dem Bericht wird auch vor einem möglichen Anstieg der Meeresspiegel um bis zu gut 2,40 Meter bis zum Jahr 2100 gewarnt. Außerdem listet der Report die Schäden auf, die als Folge der globalen Erwärmung bereits in den USA entstanden seien. "Es ist extrem wahrscheinlich, dass menschlicher Einfluss die dominante Ursache der seit Mitte des 20. Jahrhunderts beobachteten Erwärmung ist", heißt es in dem 2000 Seiten umfassenden mehrteiligen Dokument. Es gebe dafür "keine überzeugende alternative Erklärung".

Die Befunde stehen in Einklang mit der vorherrschenden Meinung in der Wissenschaft. Mitglieder von Trumps Regierung hatten aber immer wieder in Abrede gestellt, dass fossile Brennstoffe den Klimawandel verursachen - so etwa Scott Pruitt, der Leiter der Umweltbehörde EPA.

Gutachten sollen ohne politische Einflussnahme erstellt werden

Der demokratische Senator Al Franken forderte Trumps Regierung zu einer Erklärung auf, wie sie mit den Befunden des Berichts umgehen wolle. Zudem müsse sie sicherstellen, dass solche wissenschaftlichen Gutachten auch künftig ohne politische Einflussnahme erstellt würden.

Trotz des deutlichen Kontrasts zu den eigenen vertretenen Standpunkten habe das Weiße Haus nicht versucht, die per Gesetz alle vier Jahre vorgeschriebene Veröffentlichung zu blockieren. Auch bewahrheiteten sich die Befürchtungen vieler in der wissenschaftlichen Gemeinde nicht, dass die Regierung zuvor Änderungen an dem Report vornehmen könnte. Das sei nicht geschehen, zitierten US-Medien mehrere Experten.

Am Montag beginnt in Bonn die 23. Weltklimakonferenz. Die US-Delegation dürfte dort ziemlich isoliert sein, nachdem die USA neben Syrien nun das einzige Land sind, welches das Pariser Abkommen nicht unterstützt. In den USA gibt es allerdings ein breites Bündnis aus mehreren Bundesstaaten, Kommunen und Unternehmen, das sich für einen entscheidenden Kampf gegen die Erderwärmung einsetzt.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.