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Forscher vor Weltklimakonferenz - Deutscher Kurs "nicht mutig genug"

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Klimaforscher Ottmar Edenhofer sieht im deutschen Klimapaket zwar die "Andeutung einer Richtungsänderung". Aber er warnt im ZDF vor "ernsten Risiken und Gefahren".

Klimaforscher Ottmar Edenhofer erhofft sich von der Weltklimakonferenz, dass "ein verbindliches Regelbuch erfolgreich abgeschlossen wird". Damit könne man Emissionen endlich senken.

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Der "Krieg gegen die Natur" muss aufhören, hat UN-Generalsekretär António Guterres kurz vor der Weltklimakonferenz in Madrid gewarnt. So weit will Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, zwar nicht gehen. Aber auch er warnt im ZDF-Morgenmagazin vor "ernsten Risiken und Gefahren".

Wenn zu viele sogenannte "Tipping Points" aktiviert würden, "hätten wir ganz bestimmt gefährlichen Klimawandel, den wir nicht mehr beherrschen können." Tipping Points oder auch Kippelemente beschreiben einen Punkt, in dem eine Entwicklung im globalen Klima nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Dazu gehöre zum Beispiel, wenn der Amazonas bei einem Anstieg von vier bis fünf Grad austrockne und so gewaltige Mengen CO2 freisetze.

Von der Weltklimakonferenz erhofft sich Edenhofer vor allem verbindliche Absprachen: "Es geht um die Frage, wie Länder miteinander kooperieren können." Wenn zum Beispiel Deutschland in Brasilien einen Solarpark baue, sei nicht klar, welchem Land die Emissionsreduktion zugesprochen wird. Ein verbindliches Regelbuch soll das ändern und so doppelte Zählungen vermeiden.

Erwartung: Strafen für Deutschland

Es ist eine Andeutung einer Richtungsänderung sichtbar, aber die Richtungsänderung ist nicht mutig genug vollzogen.
Klimaforscher Ottmar Edenhofer

Deutschland sieht Edenhofer nicht mehr als den Musterknaben in Sachen Klimaschutz. "Wir sind kein Bremser, aber auch kein Vorreiter", sagt der Klimaforscher. Das Klimapaket sei zwar umfangreich, aber nicht ausreichend: "Es ist eine Andeutung einer Richtungsänderung sichtbar, aber die Richtungsänderung ist nicht mutig genug vollzogen." Er erwarte, dass Deutschland Strafzahlungen leisten müsse, weil es die europarechtlichen Verpflichtungen wohl kaum einhalten könne.

Edenhofer hält die CO2-Preise für zu niedrig. Das Zwei-Grad-Ziel sei so nicht zu erreichen. "Das Gute ist, es wird nachgebessert werden", sagte Edenhofer. Dabei verweist er auch auf die neue EU-Kommission. Er erwarte von ihr einen "neuen Druck" in Sachen Klimaschutz - auch auf Deutschland.

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