Sie sind hier:

Mitschuld am Treibhauseffekt - Klimakiller Methan-Kuh

Datum:

Dicke Luft auf der Weide: Kühe belasten das Klima genauso wie ein Auto. Im Pansen entsteht Methan, das stärker wirkt als CO2. Ein Futterzusatz soll helfen - und wurde nun getestet.

Archiv: Kühe werden am 10.11.2012 bei nasskalter Witterung von ihrer Weide bei Zerbst, Sachsen-Anhalt, in Richtung Stallung getrieben.
Kühe produzieren Methan in ihren Mägen und verpesten damit die Umwelt.
Quelle: dpa

Wenn wir eine Kuhherde auf der Weide sehen, denken wir sicher nicht gleich an eine Öko-Katastrophe. Doch jedes Rind produziert täglich mehrere Hundert Liter Methan – und das ist ein enormes Problem für das Klima. Das von Bakterien in Mägen von Wiederkäuern produzierte Methan ist eines der stärksten Treibhausgase. Methan (CH4) entsteht, wenn organische Stoffe zersetzt werden, zum Beispiel in Sümpfen oder eben in Rindermägen. Eine Kuh, an die täglich fünf Kilo Heu verfüttert wird, produziert 191 Liter Methan am Tag. Dieses Gas wirkt etwa 25 Mal stärker als CO2 und macht einen großen Teil des Treibhauseffektes aus.

Neues Futter soll Kühe weniger Methan rülpsen lassen

Methangase stoßen Kühe beim Rülpsen und Furzen aus. Das Schweizer Unternehmen Mootral bietet nun einen Futterzusatz an, der die Methanausscheidungen um bis zu 30 Prozent verringern soll. Dieser Zusatz verändert das Zersetzen der Nahrung im Vormagen der Wiederkäuer. "Das Mittel wirkt im Pansen der Kuh auf die Bakterienpopulation. Das Methan wird reduziert. Der Futterzusatz besteht aus natürlichen Inhaltsstoffen, wird aus Knoblauchpulver und Zitrusextrakten hergestellt", sagt Eileen Rueter von Mootral. Das Produkt soll keine Risiken und Nebenwirkungen haben. Den Knoblauch-Geschmack merke man später weder in der Milch noch im Fleisch, so die Firma.

Futterzusatz bereits unter Laborbedingungen getestet

Bereits getestet wurde der Futtermittelzusatz der Schweizer Firma von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Versuche unter Laborbedingungen hätten "eine drastische Reduktion der Methanausscheidungen belegt", erklärt der Tierphysiologe Gerhard Breves von der Tierärztlichen Hochschule Hannover bei seiner Präsentation auf der Euro Tier Messe in Hannover. "Zehn Jahre Forschung stecken dahinter, Methan wird reduziert, ohne den Stoffwechsel der Kuh zu beeinflussen." Das sei beachtlich, sagt Breve.

Der Weg zur klimafreundlichen Kuh ist noch weit

Die Futtermittelzusätze, die Methan reduzieren sollen, seien "noch keine technologische Wunderwaffe", sagt Lasse van Aken von Greenpeace. Am Ende muss man sehen, was unter realen Bedingungen möglich wird, was für Landwirte bezahlbar ist. Viele Milchbauern seien durch die Preisverluste am Limit, so van Aken. Der beste Weg sei immer noch die Reduktion des Fleischverzehrs und Milchkonsums. Da das Treibhausgas Methan 25 Mal schlimmer wirkt als CO2, belastet eine Kuh bislang das Klima so stark wie ein Auto.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.