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Sitzblockaden in London - Polizei nimmt Klimaschützer fest

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Weltweit gibt es Sitzblockaden gegen Klimawandel - in London hat Scotland Yard Hunderte Demonstranten festgenommen, die den Verkehr der britischen Hauptstadt blockiert haben.

Klimaproteste am 17.04.2019 in London
Demonstranten haben in London den Verkehr blockiert - inzwischen hat die Polizei über 300 Klimaprotestler festgenommen.
Quelle: dpa

Die britische Polizei hat seit Montag mehr als 300 Umweltaktivisten in London festgenommen. Diese waren einem Aufruf der Bewegung Extinction Rebellion gefolgt, in diesen Tagen weltweit in mehr als 30 Ländern für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Zum Protest gehört auch, Brücken und Straßen für den Autoverkehr zu blockieren. Am Mittwoch versuchten einige Teilnehmer überdies, den U-Bahn-Verkehr in der Hauptstadt teilweise lahmzulegen. Drei Demonstranten klebten sich von außen an einen Zug fest: ein Mann und eine Frau oben auf dem Dach und ein weiterer Mann an der Scheibe. Andere hingen am Gartenzaun von Oppositionsführer Jeremy Corbyn in London. Er verließ sein Haus, ohne mit den Betroffenen zu sprechen.

Wir müssen Maßnahmen ergreifen, die störend sind, damit jeder die Gefahren versteht, die uns bedrohen.
Farhana Yamin, Anwältin

Nach Angaben der Verkehrsbehörde Transport for London kam es nur zu geringen Verspätungen. Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan sagte, den öffentlichen Nahverkehr zu blockieren, sei nicht im Sinne des Klimaschutzes und gefährde außerdem die Sicherheit der Bevölkerung. "Wir möchten nicht die Öffentlichkeit verärgern", sagte Jenn Parkhouse von Extinction Rebellion in London. Andererseits sei es wichtig, dass Klimaschutz viel Aufmerksamkeit bekomme. "Die Aktion ist ambivalent", sagte sie. Die Anwältin Farhana Yamin, eine der Festgenommenen, entschuldigte sich bei den Fahrgästen des öffentlichen Nahverkehrs. Sie sagte der BBC: "Wir müssen Maßnahmen ergreifen, die störend sind, damit jeder die Gefahren versteht, die uns bedrohen."

Weltweit Aktionen geplant

In der britischen Hauptstadt blockierten die Demonstranten seit Montag - weitgehend friedlich - Straßen und Brücken. Viele von ihnen zelteten dort, machten Musik und unterhielten sich mit Passanten. Am Oxford Circus tanzten sie um eine Bühne mit einem Boot herum. Zu den Teilnehmern gehörten Familien, Forscher und Lehrer. Auch im schottischen Edinburgh und in Berlin hatten Klimaschützer schon protestiert.

Die Bewegung plant weitere Aktionen etwa in den USA, Australien und Indien. Die Schweizer Extinction Rebellion rief auf Facebook dazu auf, mit einer Telefonaktion Banken lahmzulegen und "wütend" in langen Gesprächen nach nachhaltigen Anlagen zu fragen. Banken seien über ihre Kredite an umweltschädliche Unternehmen für Emissionen verantwortlich.

Prominente Unterstützer

Archiv: Emma Thompson im Jahre 2016
Emma Thompson wirbt für Klimaschutz
Quelle: picture alliance / newscom

Die internationale Bewegung hat sich zum Ziel gesetzt, gewaltfrei die Risiken des Klimawandels zu minimieren und den ökologischen Kollaps auf der Welt zu verhindern. Sie wird nach eigenen Angaben auch von Prominenten unterstützt, so etwa unter anderem vom früheren Erzbischof von Canterbury, von dem Theologen Rowan Williams und von der britischen Schauspielerin Emma Thompson.
Die Gruppe der Klimaschützer hat aus Protest gegen die ihrer Ansicht nach zu wenigen Fortschritte im Kampf gegen den Klimawandel öffentlich zu zivilem Ungehorsam aufgerufen. Dieser soll eine Woche lang dauern. Am Montag blockierten die Protestierenden unter anderem berühmte Londoner Plätze wie die Waterloo Bridge, den Parliament Square sowie einen wichtigen Knotenpunkt von Straßen und U-Bahnen, den Oxford Circus.

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