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Fridays for Future - Junge Amerikanerin harrt für Klimaschutz vor UN aus

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Weltweit streiken Hunderttausende Kinder und Jugendliche für mehr Klimaschutz. In New York City protestiert eine 13-Jährige seit drei Monaten jeden Freitag vor dem UN-Gebäude.

Alexandriain ihrer 10. Woche der Streikaktion (15. Februar)
Alexandria Villaseñor auf ihrer Bank vor den UN. Hier sitzt sie einmal pro Woche.
Quelle: Kristin Hogue

"Es war in den letzten Wochen ganz schön kalt. Und komischerweise scheint es immer ausgerechnet freitags zu regnen." Die Wettervorhersage ist für Alexandria Villaseñor derzeit wichtiger als die Mathe-Hausaufgaben. Seit Mitte Dezember sitzt die 13-jährige Schülerin jeden Freitag statt im geheizten Klassenzimmer vor dem Gebäude der Vereinten Nationen in New York.

"Ich hocke dort für circa vier Stunden - oder so lange, bis ich fast eingefroren bin." Alexandrias "Streik-Uniform" besteht - je nach Witterung - aus Skihosen, Daunenjacke und Handschuhen. In Woche acht ihrer Streik-Aktion wickelt sie sich bei minus zwölf Grad Celsius in einen Schlafsack und trotzt der Kälte.

Vorbild Greta Thunberg

Alexandrias Metallbank steht 30 Meter vom Besuchereingang des UN-Hauptgebäudes entfernt. Die meisten Passanten gehen einfach an ihr vorbei, hin und wieder liest der ein oder andere ihre Plakate. "Schulstreik für Klimaschutz" steht auf dem einen. "Die COP24 Klimakonferenz war ein Fehlschlag" auf dem anderen. "Meine Generation hat die Nase voll. Wir wollen keinen kaputten Planeten erben."

Berichte über Schulstreiks in Europa und der Auftritt der Symbolfigur der Protestwelle, Greta Thunberg, beim UN-Klimagipfel brachten Alexandria auf die Idee, ihre eigene Protestaktion zu starten. "Es ist genauso, wie Greta sagt: Ihr stehlt uns die Zukunft vor unseren Augen. Aber das werden wir nicht zulassen, ob euch das gefällt oder nicht."

Tiefgefroren - Alexandria in ihrer 8. Streikwoche (1. Februar) vor der UN bei Minus 12 Grad
Es kann ordentlich kalt werden: Alexandria protestiert dick eingepackt.
Quelle: Kristin Hogue

Viel Unterstützung für Alexandrias Protest

Im vergangenen Herbst hat Alexandria am eigenen Leib erfahren, was Klimawandel bedeutet. Sie war bei Verwandten in Kalifornien zu Besuch, als dort verheerende Waldbrände ausbrachen. Drei Wochen lang wütete das sogenannte "Camp Fire". 85 Menschen kamen in den Flammen ums Leben. Das Haus von Alexandrias Familie lag zwar nicht unmittelbar im Katastrophengebiet, aber die Luftqualität verschlechterte sich durch die starke Rauchentwicklung dramatisch.

Alexandria bekam Asthma-Anfälle und musste nach New York zurückfliegen. Dort fing sie an zu recherchieren. Sie las über immer häufiger auftretende Dürren und Waldbrände in Kalifornien, weltweit ansteigende Temperaturen und Erderwärmung. Und sie wurde Mitglied bei "Zero Hour", einem Netzwerk junger Klima-Aktivisten in den USA.

Die meisten Lehrer an Alexandrias Schule haben Verständnis für ihren Klimastreik. Und auch Alexandrias Mutter unterstützt die Mission ihrer Tochter. "Sie versteht einfach nicht, wie wir Erwachsenen dabei zusehen, wie der Planet zerstört wird - und nichts dagegen tun." Während ihre Tochter vor dem Gebäude der Vereinten Nationen protestiert, sitzt ihre Mutter in einem Café um die Ecke und kontrolliert Alexandrias Twitter-Feed. Sie ist inzwischen so etwas wie die inoffizielle Pressesprecherin ihrer Tochter.

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Alexandria organisiert landesweite Proteste

Ihre Mitstreiter trifft Alexandria auf Instagram oder Twitter. Sie tauscht sich inzwischen mit Greta Thunberg und anderen Klima-Aktivisten aus Großbritannien, Australien und der ganzen Welt aus. Die Jugendlichen schicken sich Fotos von ihren Streikaktionen und diskutieren über gemeinsame Strategien. Zusammen mit der 12-jährigen Haven Coleman aus Colorado und der 16-jährigen Isra Hirsi aus Minnesota organisiert Alexandria inzwischen die landesweite "Youth Strike 4 Climate"-Bewegung. Sie fordern unter anderem eine drastische Reduzierung schädlicher Treibhausgase und die Einführung von Klimaschutz als Schulfach. "Als ich mich zum ersten Mal mit dem Klimawandel beschäftigt habe, war ich ziemlich hoffnungslos", sagt Alexandria. "Aber jetzt fühle ich mich stark."

Am Freitag sollen in den USA 400 Protestaktionen in allen 50 Bundesstaaten stattfinden. Zeitgleich werden weltweit hunderttausende Schüler auf die Straße gehen. Alexandria wird wie jeden Freitag auf ihrer Bank sitzen. Der Wetterbericht sieht gut aus: Milde 12 Grad sollen es in New York werden.

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