Sie sind hier:

Maßnahme gegen Klimawandel - Immer mehr Städte rufen Klimanotstand aus

Datum:

Immer mehr Städte wollen sich auf die Folgen des Klimawandels einstellen - und rufen den Klimanotstand aus. Doch was steckt hinter dieser Ankündigung?

Archiv: Demontranten in Berlin am 04.06.2019
Einige Städte in Deutschland haben bereits einen "Klimanotstand" ausgerufen. Und es werden mehr.
Quelle: dpa

Es scheint wie ein Siegeszug für Klimaschützer: Zuerst haben Weltmetropolen wie Los Angeles, Vancouver und London den Klimanotstand ausgerufen, nun tun es ihnen dutzende Städte und Kommunen in Deutschland gleich. Konstanz, Saarbrücken, Kiel und Bochum - überall dort wollen sich die zuständigen Stadträte für eine konsequentere Klimapolitik einsetzen. Das bedeutet, künftige Entscheidungen und Investitionen nach ökologischen Standards zu richten. Der Eindämmung des Klimawandels und seiner schwerwiegenden Auswirkungen soll dadurch höchste Priorität verliehen werden. Doch steht es tatsächlich so schlecht um Deutschlands Städte?

Stadt Konstanz als Vorreiter

Ein sogenannter Klimanotstand, also der Zustand einer akuten Gefährdung, liegt zwar im rechtlichen Sinne nicht vor. Dennoch wollen die Stadträte aktiv werden, um die gravierenden Folgen des Klimawandels abzumildern. Damit schließen sie sich dem Appell der Fridays for Future-Bewegung an. "Die Verabschiedung der Resolution ist ein Signal und ein Impuls", so die Stadt Konstanz. Ein Signal vor allem an die jungen Menschen, die der Klimawandel bewegt und ein Impuls, das Tempo in Sachen Klimaschutz zu steigern. Konstanz war mit seinem Beschluss Anfang Mai die erste deutsche Stadt, die den Klimanotstand ausrief.

Nun wird in Konstanz mit Hochdruck an klimaverträglicheren Konzepten gearbeitet. Zusätzliche Fahrradabstellplätze in der Altstadt und eine Solarpflicht für Neubauten gibt es schon. Außerdem gab es Gespräche zu kostenlosen Busfahrten an Samstagen und Prämien für diejenigen, die auf ihr Auto verzichten und es endgültig abmelden. Oberbürgermeister Uli Burchardt geht mit gutem Beispiel voran: Er verzichtet auf den Dienstwagen und wird künftig öfter mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein. "Wird hart für mich ;-)", schrieb der CDU-Politiker auf Twitter.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Saarbrücken und Kiel aktiv im Klimaschutz

Auch Saarbrücken hat sich im Stadtrat politisch zum Klimaschutz bekannt und ist damit einem Antrag der Grünen gefolgt. Darin enthalten sind Forderungen an die Oberbürgermeisterin, umweltfreundliche Verkehrsmittel, Elektromobilität, Energieeffizienz-Maßnahmen bei Neubauten und den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Außerdem sollen städtische Wald- und Grünflächen stärker geschützt und ein Konzept zur Bürgerversorgung bei Hitzewellen und anderen Extremwetterereignissen erarbeitet werden. Das Ziel: bis 2050 klimaneutral zu sein.

Kiel strebt das Neutralitätsziel noch vor 2050 an. Neben ausführlichen Planungen sind mehrere Projekte bereits an den Start gegangen. So werden aktuell beispielsweise städtische Einrichtungen energieeffizient modernisiert, Mobilitätsstationen für Carsharing­Fahrzeuge oder Leihfahrräder ausgebaut, Aktionen zum gemeinsamen Upcycling angeboten sowie Events nachhaltig geplant. Zudem soll künftig in klimafreundliche Straßenbeleuchtung, Elektrobusse und einen Schnellweg für Radfahrer investiert werden.

Klimanotstand als symbolischer Akt

So gut vorbereitet sind jedoch nicht alle deutschen Städte. Nach Ausrufung des Klimanotstandes in Bochum arbeite man noch an einer Konkretisierung, teilt die Stadt mit. Der Klimanotstand ist hier eher symbolisch zu verstehen und Fragen, die sich aus dem Beschluss ergeben, können noch nicht beantwortet werden, heißt es in einer Stellungnahme. Wichtig war vielmehr, zu zeigen, dass der Klimaschutz auch in Bochum eine Rolle spiele, sagt Stadtsprecher Thomas Sprenger.

Die Ausrufung des Klimanotstandes ist laut Professor Martin Wickel von der Hafencity-Universität Hamburg zwar ein sinnvoller erster Schritt, reicht allein aber nicht aus. Gerade Städte hätten zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen und müssten handeln, so der Planungs- und Umweltrechtsexperte. Gleiches trifft auch auf Münster zu. Nachdem dort der Klimanotstand ausgerufen wurde, kam auf Nachfrage des ZDF nach konkreten Handlungsstrategien bis Redaktionsschluss keine Antwort.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.