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ZDFcheck19 - Klimawandel: Ursache Mensch

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Klimaforscher sind sich einig: Hauptursache des Klimawandels ist der Mensch. Unsicherheit in dieser Frage gibt es, entgegen der Behauptung von AfD-Spitzenkandidat Meuthen, nicht.

Der Spitzenkandidat der AfD für die Europawahl Jörg Meuthen zweifelt an der Einigkeit der Forscher über den vom Mensch gemachten Klimawandel. Warum aber greift die AfD solche eigentlich eindeutigen Themen auf?

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Die Diskussion um den Klimawandel beschäftigt die Welt. Jeden Freitag gehen bei "Fridays for Future" Tausende auf die Straßen. Und die Klimaforscher sind sich einig: Der Mensch ist die Hauptursache für den Klimawandel. Oder etwa doch nicht? Der Spitzenkandidat der AfD für die Europawahl, Jörg Meuthen, behauptete in der ZDF-Sendung "Mein erstes Mal", zwei Drittel der Studien zum Klimawandel seien sich über die Ursachen nicht sicher: "Wenn Sie sich das mal genau anschauen, dann sind zwei Drittel dieser Studien so, dass sie sagen: Wir sind uns da nicht sicher. Das dritte Drittel, und von diesem dritten Drittel sind es 90 Prozent, das sagt: Doch, doch, das ist menschengemacht. Und darauf rekurrieren jetzt alle und sagen: Wir müssen jetzt hier das Klima steuern."

Zwei Drittel der Studien zum Klimawandel seien sich über die Ursachen nicht sicher, sagt Jörg Meuthen, Spitzenkandidat der AfD bei der Europawahl, in der ZDF-Sendung "Mein erstes Mal".

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Der Klimawandel sei nicht menschengemacht und deshalb nicht zu steuern. Gerade in Europa sei die Umweltpolitik außerdem schon längst vorbildlich. In seinen Ausführungen bezieht Meuthen sich auf eine Studie, die 2013 von einem Forscherteam um den Australier John Cook veröffentlicht wurde. Dabei wurden die Abstracts (also die gekürzten aber präzisen Darstellungen der zentralen Forschungsergebnisse) von 11.944 Studien zum Klimawandel auf ihre Aussagen zur Ursache des Klimawandels untersucht. Meuthens Interpretation der Studienergebnisse wurde auf Nachfrage des ZDF von seinem Büro erneut bestätigt.

Was sagt die Studie wirklich aus?

Knapp zwei Drittel der untersuchten Studien beziehen keine Position zu den Ursachen des Klimawandels. Diese Zahl bedeutet aber nicht, dass sich die Studien über die Ursache unsicher sind. Vielmehr war die Ursachenfrage gar nicht Gegenstand dieser Forschungen, die sich stattdessen mit einzelnen Aspekten des Klimawandels befasst haben. Meuthen liegt also falsch, wenn er von diesen Untersuchungen behauptet, sie seien sich nicht sicher, ob der Mensch die Ursache des Klimawandels ist.

Ein Drittel der Studien trifft eine Aussage zu den Ursachen. Die große Mehrheit dieses Drittels (97,1 Prozent) sagt: Der Klimawandel ist menschengemacht. Nur 1,9 Prozent der Untersuchungen verneinen einen menschengemachten Klimawandel und 1,0 Prozent der Studien sind sich unsicher.

Infografik "97,1 Prozent der Studien, die eine Position zu den Ursachen des Klimawandels beziehen, nennen den Menschen als Ursache"

In einer Studie von 2016 warnt John Cook, dass die Studien, die die Ursachenfrage nicht aufgreifen, falsch interpretiert werden könnten. Zum Beispiel so, dass sie den Menschen als Ursache verneinen oder Unsicherheit darüber ausdrücken würden. Mit einer solchen falschen Interpretation könne man wissenschaftlichen Konsens in jedem Fachbereich - auch bei schon lange etablierten Theorien - verhindern.

Eine Studie kommt selten allein

Die Cook-Studie von 2016 beschäftigte sich ebenfalls mit dem Konsens in der Klimaforschung. Die aus sechs unabhängigen Einzelstudien zusammengesetzte Arbeit bestätigt die hohen Übereinstimmungswerte in der Klimaforschung. Dabei kommt die Studie ebenfalls auf Übereinstimmungen zwischen 90 und 100 Prozent bei der Ursachenfrage zum Klimawandel und unterstützt somit die frühere Forschung.

Und Cook steht mit seinen Ausführungen nicht alleine da. Der Weltklimarat IPCC sieht den Menschen ebenfalls als äußerst wahrscheinliche Hauptursache der beobachteten Erwärmung, genauso wie weitere Studien (z.B. Oreskes 2004, Doran & Kendall Zimmerman 2009, Anderegg et al. 2010, Verheggen et al. 2014, Stenhouse et al. 2014, Carlton et al. 2015).

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