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Kindergerichte in Restaurants - "Speisekarten sind optimierungswürdig"

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Laut einer Studie sind rund zwei Drittel der Kindergerichte in Restaurants ungesund. Ernährungsministerin Klöckner möchte das ändern.

Ein Mädchen liest die Speisekarte
Ein Mädchen liest die Speisekarte
Quelle: imago

Mehr Gemüse statt Fischstäbchen mit Pommes: Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) will ein gesünderes Angebot auf Speisekarten für Kinder. "Kinderspeisekarten in Restaurants sind optimierungswürdig", sagte Klöckner nach einem Treffen mit Vertretern aus Gastronomie und Wissenschaft. Anreize wie ein Wettbewerb oder ein Qualitätssiegel könnten Gastronomen motivieren, mehr gesunde und ausgewogene Gerichte für Kinder anzubieten.

Studie: Kindergerichte enthalten zu viel Fett und Kalorien

Angestoßen hatte die Debatte um Kindergerichte für die Gastronomie eine Studie der Universität Heidelberg. Demnach seien rund vier von fünf untersuchten Speisen aus ernährungswissenschaftlicher Sicht schlecht für den Körper, sagte damals Sven Schneider, der mit anderen Forschern 1.877 Kindergerichte auf Speisekarten bewertet hatte. Die meisten enthielten zu viel Fett und Kalorien, wenig Nährstoffe und oft rotes Fleisch, sagte er damals der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". 54 Prozent der untersuchten Essen enthielten Pommes, Vollkornprodukte fanden sich kein einziges Mal.

Klöckner betonte: "Man geht nicht jeden Tag mit der Familie essen, das ist etwas besonderes." Die Studie habe allerdings gezeigt, dass auf Kinderkarten häufig Gerichte stünden, die "nicht optimal" seien. Mit Blick auf zunehmend übergewichtige Kinder und Jugendliche und ernährungsbedingte Krankheiten solle das Speiseangebot verbessert und die Wahl gesunder Gerichte in Restaurants vereinfacht werden. Studienautor Sven Schneider sieht darin auch eine Marketingchance für Gastronomen, mit guten Angeboten für Kinder zu punkten.

Der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands, Guido Zöllig, sagte, es gehöre auch zum Auftrag der Gastronomie, Menschen an gesunde Ernährung heranzuführen. Der Ernährungswissenschaftler Michael Krawinkel von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung betonte, ein Restaurantbesuch sei immer auch ein besonderer Anlass, bei dem der Genuss im Vordergrund stünde. Es gebe aber noch "viel Luft nach oben", Kinder dabei an eine vielfältige Ernährung und Obst und Gemüse heranzuführen.

Dehoga weist Kritik zurück

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga signalisierte schon vorab, dass er von der Kritik nichts halte. Die Ergebnisse einer Studie, nach der die Mehrzahl der Kindergerichte in Gaststätten ungesund seien, könne man nicht nachvollziehen, teilte der Verband auf Anfrage mit.

"Letztendlich liegt die Entscheidung darüber, was gegessen wird und die Verantwortung für eine ausgewogene Ernährung in der Hand der Eltern", hieß es. Das Speiseangebot für Kinder gehe weit über die Kinderkarte hinaus. So sei es in vielen Restaurants möglich, dass Kinder zum Beispiel von der regulären Karte die halbe Portion bestellen könnten. Auch sei zu berücksichtigen, dass es bei vielen Kindern zu Hause keine Pommes gebe - und diese dann ausnahmsweise einmal in Restaurants bestellt würden.

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