Sie sind hier:

Geschäfte mit Peking - Wie sich China deutsches Know-how beschafft

Datum:

US-Präsident Trump sieht sich und sein Land als Verlierer im Handel mit China - zu viel Know-how würde abgegriffen. Auch in Deutschland ist China aktiv.

Eine Euromünze steht vor chinesischen Stäbchen
Eine Euromünze vor chinesischen Stäbchen Quelle: dpa

Wenn US-Präsident Donald Trump über den Handel mit China spricht, ist er sich sicher: Die Chinesen nehmen die USA aus. Ein Handelskrieg sei schon vor Jahren von den "dummen, inkompetenten Repräsentanten der USA" verloren worden, schrieb er am Mittwoch auf Twitter. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer konkretisierte Trumps Vorwürfe später: China versuche, sich zwangsweise amerikanische Technologie anzueignen "oder sogar zu stehlen". Sind deutsche Unternehmen auch davon betroffen?

China auf Einkaufstour in Europa

Deutschland ist für chinesische Investoren die erste Wahl in Europa: Nach einer Berechnung der Unternehmensberatung Ernst & Young haben chinesische Unternehmen im vergangenen Jahr deutsche Unternehmen und Beteiligungen im Wert von gut 13,5 Milliarden US-Dollar eingekauft. Unter anderem bei der Deutschen Bank, bei Daimler und dem Roboterhersteller Kuka.

China investiert vor allem in Bereichen, in denen besonders viele Patente gemeldet sind. Das sei aber auch ganz natürlich und der legale Weg, um als Investor an Know-how heranzukommen, erklärt die Außenwirtschaftsexpertin Galina Kolev vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln.

Ausländische Investoren haben es schwerer

Ausländische Unternehmen hingegen unterliegen zum Teil strengen Auflagen, wenn sie in China Waren produzieren und verkaufen wollen. Dazu gibt es in China drei Listen, die stets aktualisiert werden und aus denen hervorgeht, was ausländische Unternehmen dürfen und was nicht: Die erste Liste beinhaltet Branchen, in denen ausländische Investitionen erwünscht sind. Dazu gehören zum Beispiel Umwelttechnik und erneuerbare Energien.

Auf der zweiten Liste stehen Branchen, in denen nur eingeschränkt investiert werden darf. Dazu zählen die Automobilindustrie, der Eisenbahnpersonenverkehr oder auch das Finanzwesen. So müssen Autohersteller vor Ort sogenannte Joint Ventures gründen, um in China Autos produzieren zu dürfen. An diesen Joint Ventures müssen die chinesischen Partner mindestens eine Mehrheit von 51 Prozent halten.

Viele deutsche Unternehmen nutzen diesen Weg in den chinesischen Markt, sind dabei aber auch vorsichtig. "Viele gehen dann eben nicht mit der neuesten Technik dorthin, eher mit einem Modell aus einer vorherigen Serie", meint Galina Kolev. In diesen Firmenstrukturen sei es nämlich kaum möglich, Produktionsdetails und Know-how für sich zu behalten.

Ganz ausgeschlossen für ausländische Investoren sind zum Beispiel chinesische Medienunternehmen, Glückspieleanbieter und Stammzellenforschung.

Deutsche Firmen wollen am chinesischen Kuchen teilhaben

China hat sich zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt entwickelt. Um in der Branche der Autobauer zu bleiben: 2017 wurden hier über 24 Millionen Pkw verkauft, dazu kommen nochmal gut vier Millionen Nutzfahrzeuge. Um an diesem riesigen Markt für Waren und Dienstleistungen teilzuhaben, nehmen ausländische Unternehmen in Kauf, dass ihre Produkte möglicherweise kopiert werden können.

China sei dabei auch kein Einzelfall, so Kolev. Gerade in Schwellenländern seien Patentrechte und geistiges Eigentum meist schlechter geschützt als in Europa oder den USA: Ähnliches passiert zum Beispiel auch in Lateinamerika, etwa im Bereich der Pharmazie.

Ungeachtet der verbalen Auseinandersetzungen zwischen den USA und China bleibt das Reich der Mitte ein beliebtes Investitionsland für deutsche Unternehmen: Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) wollen sie ihre Investitionsprojekte in China für 2018 weiter steigern.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.