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Rettungsaktion in Köln - Mehr als 100 Menschen sitzen in der Seilbahn fest

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Ein Sonntagsausflug wird zur Nervenprobe: Rund 100 Menschen mussten in Köln in luftiger Höhe ausharren. Nach einem Defekt hatten sich ihre Kabinen festgesetzt, nichts ging mehr. Höhenretter kletterten zur Hilfe. Den Fall kannten sie aus dem Training.

Nach einem technischen Defekt sitzen mehr als 100 Menschen in der Seilbahn über dem Rhein in Köln fest. Die Feuerwehr hat mit der Rettung begonnen.

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Ein letzter banger Blick des kleinen Jungen in die Tiefe, dann löst sich seine Hand von der Gondel. Sein Vater hat ihn fest im Griff, als die beiden gemeinsam an einem Seil aus der Kabine an der Kölner Zoobrücke abgelassen werden. Als Vater und Sohn sicher aus 40 Metern Höhe auf dem Feuerlöschboot aufkommen, brandet Applaus auf bei den Rettungskräften und Hunderten Schaulustigen. Die beiden sind nur zwei von rund 100 Menschen, die am Sonntagmachmittag in einer spektakulären Aktion gerettet werden müssen. Geduldig hatten sie zwei Stunden ausgeharrt, bis die Höhenretter der Feuerwehr sich zu ihnen durchklettern konnten.

Einsatz geht bis in die Nacht

Das Hilfsseil der Seilbahn hatte sich festgewickelt an einer Kabine, die Gondel stoppte abrupt und hing für Stunden schräg fest an einer der beiden Pylonen der Kölner Seilbahn. Die vier Insassen, darunter zwei Kinder, konnten gerettet werden. Warum das Seil ohne größere Winde dermaßen aus seiner Fassung geraten konnte, darüber kann Thomas Miebach, der Geschäftsführer der Kölner Seilbahn-Gesellschaft, bislang nur rätseln: "Morgen schaut sich der TÜV das an, bislang wissen wir es nicht."

Für die Feuerwehr dürfte sich der Einsatz bis in die Nacht hinziehen. "Etwas in der Größenordnung hatten wir noch nicht", sagt Christian Heinisch, der Sprecher der Kölner Feuerwehr. Im Oktober 2014 war es zuletzt bei starkem Wind zu einem Notfall an der Seilbahn gekommen. Damals musste nur eine Familie aus einer Gondel gerettet werden - Eltern und Kinder wurden auf ein Boot abgeseilt.

Genau diesen Fall trainiert

"Aufgewühlt, aber wohlauf" seien die geretteten Insassen der Kabinen, sagt Heinisch. Heiß sei es gewesen in den einzelnen Gondeln am warmen Sommer-Sonntag in Köln, außerdem sei die Kommunikation zwischen Höhenrettern und den Eingeschlossenen nicht einfach gewesen. Unterstützt von Experten unter anderem aus Düsseldorf und Aachen gelang es den Höhenrettern, die ausharrenden Betroffenen in den festsitzenden Kabinen zu beruhigen.

Völlig unvorbereitet traf die Höhenretter der Notfall am Sonntag nicht. Erst in der vergangenen Woche sei ein fast exakter Vorfall in einer Übung der Höhenretter trainiert worden, sagt Heinisch - an der Unglücksstelle vom Sonntag.

Seilbahn seit 60 Jahren in Betrieb

In Köln schweben Gondeln bereits seit 60 Jahren über den Rhein. Die Seilbahn galt bislang stets als sicherstes Verkehrsmittel der Stadt. Sie verbindet den Zoo mit dem Rheinpark auf der gegenüberliegenden Flussseite.

Allerdings gilt die Seilbahn, die 1957 zur Eröffnung der Bundesgartenschau an den Start ging, vor allem als Touristenattraktion. Ähnlich ist es in Koblenz, wo ebenfalls die Bundesgartenschau 2011 den Anstoß gab, eine Seilbahn in Betrieb zu nehmen. In Berlin schwebt seit kurzem anlässlich der Internationalen Gartenausstellung IGA eine Seilbahn über das Gelände.

Bonn und Wuppertal wollen auch Seilbahnen

Aufmerksam dürfte der Zwischenfall nun auch in Wuppertal und Bonn verfolgt werden. Denn dort gibt es Pläne, Seilbahnen weniger für Touristen als vielmehr im Nahverkehr einzusetzen.

In Bonn hat ein Gutachten im Auftrag der Stadt ergeben, dass eine Seilbahn technisch machbar ist. Sie soll vom UN-Campus an der Museumsmeile hoch zur Uniklinik auf dem Venusberg führen - mit Option einer Verlängerung über den Rhein. Allerdings hat sich in der früheren Bundeshauptstadt ebenso wie in Wuppertal Widerstand gegen die Pläne formiert.

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