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Spektakulärer Notfall - "Aufgewühlt, aber wohlauf": 70 Gondel-Gäste gerettet

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Spektakulärer Notfall über dem Rhein. Eine Gondel der Kölner Seilbahn hatte sich verkeilt. Über 70 Menschen saßen stundenlang in den kleinen Kabinen fest. Die Feuerwehr startete eine spektakuläre Rettungsaktion und meldete: Alle sind "aufgewühlt, aber wohlauf".

Nach einem technischen Defekt sitzen mehr als 100 Menschen in der Seilbahn über dem Rhein in Köln fest. Die Feuerwehr hat mit der Rettung begonnen.

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Einige der Insassen - unter ihnen auch Kinder - mussten annähernd fünf Stunden auf die Rettung warten, weil die Gondeln direkt über dem Rhein zum Stillstand gekommen waren. Dies erschwerte den Einsatz: Rettungskräfte mussten die Menschen aus etwa 50 Metern Höhe auf Boote ablassen, der Feuerwehrsprecher sprach von einer anspruchsvollen Operation. Annähernd hundert Bergungshelfer seien beteiligt gewesen, zum Einsatz kamen Löschboote, Rettungsboote, Lenkmasten und Drehleitern.

"Kurzzeitig vom Notarzt gesichtet"

"Die meisten waren relativ gefasst", sagte der Sprecher. "Einige wurden kurzzeitig vom Notarzt gesichtet." Entgegen früherer Meldungen habe aber niemand ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Für die Retter dauerte der Einsatz knapp fünf Stunden, bis zum Abend. "Etwas in der Größenordnung hatten wir noch nicht", sagt Christian Heinisch, der Sprecher der Kölner Feuerwehr. Im Oktober 2014 war es zuletzt bei starkem Wind zu einem Notfall an der Seilbahn gekommen. Damals musste nur eine Familie aus einer Gondel gerettet werden - Eltern und Kinder wurden auf ein Boot abgeseilt.

"Aufgewühlt, aber wohlauf" seien die geretteten Insassen der Kabinen, sagt Heinisch. Heiß sei es gewesen in den einzelnen Gondeln am warmen Sommer-Sonntag in Köln, außerdem sei die Kommunikation zwischen Höhenrettern und den Eingeschlossenen nicht einfach gewesen. Unterstützt von Experten unter anderem aus Düsseldorf und Aachen gelang es den Höhenrettern, die ausharrenden Betroffenen in den festsitzenden Kabinen zu beruhigen.

Völlig unvorbereitet traf die Höhenretter der Notfall am Sonntag nicht. Erst in der vergangenen Woche sei ein fast exakter Vorfall in einer Übung der Höhenretter trainiert worden, sagt Heinisch - an der Unglücksstelle vom Sonntag.

Seilbahn seit 60 Jahren in Betrieb

In Köln schweben Gondeln bereits seit 60 Jahren über den Rhein. Die Seilbahn galt bislang stets als sicherstes Verkehrsmittel der Stadt. Sie verbindet den Zoo mit dem Rheinpark auf der gegenüberliegenden Flussseite.

Allerdings gilt die Seilbahn, die 1957 zur Eröffnung der Bundesgartenschau an den Start ging, vor allem als Touristenattraktion. Ähnlich ist es in Koblenz, wo ebenfalls die Bundesgartenschau 2011 den Anstoß gab, eine Seilbahn in Betrieb zu nehmen. In Berlin schwebt seit kurzem anlässlich der Internationalen Gartenausstellung IGA eine Seilbahn über das Gelände.

Bonn und Wuppertal wollen auch Seilbahnen

Aufmerksam dürfte der Zwischenfall nun auch in Wuppertal und Bonn verfolgt werden. Denn dort gibt es Pläne, Seilbahnen weniger für Touristen als vielmehr im Nahverkehr einzusetzen.

In Bonn hat ein Gutachten im Auftrag der Stadt ergeben, dass eine Seilbahn technisch machbar ist. Sie soll vom UN-Campus an der Museumsmeile hoch zur Uniklinik auf dem Venusberg führen - mit Option einer Verlängerung über den Rhein. Allerdings hat sich in der früheren Bundeshauptstadt ebenso wie in Wuppertal Widerstand gegen die Pläne formiert.

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