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Gericht hebt Bewährung auf - Tödliches Rennen: Raser kommen doch in Haft

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Bei einem illegalen Rennen erfasst ein Raser eine Radfahrerin - die Studentin stirbt. Die beiden Autofahrer kommen zunächst mit Bewährung davon - nun müssen sie doch ins Gefängnis.

Bei Autorennen kommen immer wieder unbeteiligte Personen zu Tode. Zwei Raser in Köln müssen jetzt doch ins Gefängnis.

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Nach dem Tod einer Radfahrerin bei einem illegalen Autorennen in Köln müssen zwei Raser nun doch ins Gefängnis. Das Kölner Landgericht urteilte, dass die bereits verhängten Freiheitsstrafen wegen fahrlässiger Tötung nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Damit korrigierten die Richter ein vorangegangenes Urteil.

Eine andere Kammer des Kölner Gerichts hatte die beiden Angeklagten im April 2016 wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Jahren beziehungsweise 21 Monaten Haft verurteilt - setzte die Strafe allerdings zur Bewährung aus. Der Bundesgerichtshof wiederum hob die Aussetzung der Haft im vergangenen Juli auf, der Fall musste neu verhandelt werden. Die Höhe der Strafe beanstandeten die Karlsruher Richter jedoch nicht.

Rennen mit Vorsatz

Die damals 21 und 22 Jahre alten Angeklagten hatten sich im April 2015 in Köln-Deutz ein Autorennen mit stark überhöhter Geschwindigkeit geliefert. In einer Kurve kam der vorausfahrende Angeklagte ins Schleudern. Sein Wagen erfasste eine auf dem angrenzenden Radweg fahrende 19-jährige Studentin, die drei Tage später ihren schweren Kopfverletzungen erlag.

Der BGH begründete die Aufhebung der Bewährung damit, dass die Angeklagten den Tod ihres Opfers zwar fahrlässig verursacht, das Rennen aber vorsätzlich gefahren und die Gefahr durch ihre aggressive Fahrweise bewusst herbeigeführt hätten. Das Kölner Landgericht hätte aus Sicht der Karlsruher Richter zudem bedenken müssen, "wie sich eine Strafaussetzung zur Bewährung auf das allgemeine Rechtsempfinden und das Vertrauen der Bevölkerung in die Unverbrüchlichkeit des Rechts auswirken würde".

Der Kölner Raserfall hatte bundesweit Schlagzeilen gemacht und die inzwischen in Kraft getretene Strafverschärfung für Teilnehmer und Organisatoren illegaler Autorennen mit angestoßen. Das Thema beschäftigt immer wieder die Gerichte - mit unterschiedlichen Urteilen. Erst kürzlich hob der BGH das bundesweit erste Mordurteil gegen zwei Berliner Raser auf. Sie hatten bei einem Rennen einen Unfall verursacht, bei dem der Fahrer eines anderen Autos ums Leben kam.

Illegale Rennen - Raser vor Gericht

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