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Stand der Ermittlungen - Kölner Geiselnehmer ist polizeibekannter Syrer

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Am Tag nach der Geiselnahme von Köln ist das Motiv des Täters unklar. Die Polizei schließt einen Terroranschlag nicht aus. Fest scheint zu stehen: Der Mann hat psychische Probleme.

Nach Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof, aufgenommen am 15.10.2018
Nach Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof
Quelle: dpa

Auch eine Übernahme der Ermittlungen durch die Bundesanwaltschaft wird weiter geprüft, teilte die Kölner Polizei am Dienstagnachmittag auf einer Pressekonferenz mit. Der Geiselnehmer habe über eine erhebliche Menge an Benzin und Gas verfügt. Unklar sei bislang, ob es Mittäter gegeben habe. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft stellte "wegen der besonderen Bedeutung des Falles" eine Übernahme der Ermittlungen in Aussicht.

Psychisch nicht in der Lage zu arbeiten

Bei dem Geiselnehmer handelt es sich laut Polizei um einen 55-jährigen Syrer, der seit März 2015 in Deutschland lebt, als asylberechtigt anerkannt ist und eine Aufenthaltserlaubnis bis 2021 hat. Der Mann war nach Polizeiangaben arbeitslos. Er lebte in einer Kölner Flüchtlingsunterkunft und sei psychisch nicht in der Lage gewesen, einer Arbeit nachzugehen.

Mann inzwischen außer Lebensgefahr

Nach einer mehrstündigen Operation sei der Mann inzwischen außer Lebensgefahr. Er war bei der Beendigung der Geiselnahme durch die Polizei am Montag durch mehrere Schüsse lebensgefährlich verletzt worden. Er lag am Dienstag laut Polizei im Koma und konnte noch nicht vernommen werden.

Der 55-Jährige hatte nach Angaben der Ermittler am Montag in einem Schnellrestaurant im Kölner Hauptbahnhof zunächst einen Brandsatz gezündet. Dadurch erlitt ein 14-jähriges Mädchen schwere Brandverletzungen. Anschließend stürmte der Mann in eine benachbarte Apotheke und nahm eine Angestellte als Geisel. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei überwältigte den Täter zwei Stunden nach Beginn der Geiselnahme.

Nach Einschätzung der Polizei hatte der Mann nicht vor, sich mit einer Frau in der Apotheke zu verschanzen. "Der eigentliche Tatplan war die Brandlegung im McDonald's", sagte Klaus-Stephan Becker, der Chef der Kölner Kripo. Die Geisel sei wahrscheinlich "ein Zufallsopfer" gewesen.

Körperverletzung, Diebstahl, Betrug und Hausfriedensbruch

In der Apotheke wurden die Ausweispapiere des Mannes gefunden. Seine Wohnung in einer Flüchtlingsunterkunft in Köln-Neuehrenfeld wurde am Dienstag durchsucht. Dort seien islamische Schriftzeichen, aber kein Bekenntnis zur Terrororganisation "Islamischer Staat" gefunden worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Mann unter anderem wegen versuchten Mordes in zwei Fällen und Geiselnahme. Der Mann sei wegen verschiedener Delikte wie Körperverletzung, Diebstahl, Betrug und Hausfriedensbruch polizeibekannt, hieß es. Er sei insgesamt 13 Mal "polizeilich in Erscheinung getreten".

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