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Auf Betreiben Ankaras - Kölner Schriftsteller in Spanien festgenommen

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Der türkischstämmige Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli ist in Spanien festgenommen worden - laut seinem Anwalt auf Betreiben der Regierung in Ankara. Grünen-Politiker Volker Beck forderte das Auswärtige Amt auf, eine Auslieferung an die Türkei zu verhindern.

Der türkisch-stämmige Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli ist in Granada auf Antrag der Türkei festgenommen worden. ZDF-Reporterin Patricia Wiedemeyer zu den Vorwürfen und was dahinter stecken könnte.

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Aus dem Auswärtigen Amt hieß es am Samstag zunächst nur, man kenne den Fall und bemühe sich um konsularische Betreuung. Akhanli lebt seit seiner Flucht aus der Türkei im Jahr 1991 in Deutschland und hat ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft. Was ihm vorgeworfen wird, war zunächst unklar. Sein Anwalt Ilias Uyar sagte, der Festnahmeantrag sei aus der Türkei gekommen.

Beck: Vorgehen "rechtsmissbräuchlich"

Dem Kölner "Stadt-Anzeiger" sagte Uyar, bei der spanischen Polizei habe ein Dringlichkeitsvermerk der internationalen Polizeibehörde Interpol vorgelegen. Akhanli wurde demnach am Samstagmorgen im Urlaub in Grenada in seinem dortigen Domizil festgenommen. In seinen Werken befasst sich der 1957 geborene Schriftsteller auch mit der Verfolgung der Armenier in der Türkei. Dem "Spiegel" zufolge werteten Sicherheitskreise die Festnahme als erneuten Affront der Türkei gegen Deutschland.

Der Grünen-Abgeordnete Volker Beck teilte mit, das türkische Vorgehen sei "eindeutig rechtsmissbräuchlich". Er forderte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel auf, sich unverzüglich für Akhanlis Freilassung einzusetzen. Gabriel war am Vortag als Reaktion auf den Terroranschlag in Barcelona nach Spanien gereist. "Wie weit wollen wir Erdogan in Europa noch kommen lassen?", fragte Linke-Chefin Katja Kipping auf Twitter.

PEN: "Politisch motiviert"

Die Schriftstellervereinigung PEN teilte mit, das Verfahren gegen Akhanli sei "eindeutig politisch motiviert". Vizepräsident Sascha Feuchert forderte die spanischen Behörden auf, den Autoren keinesfalls an die Türkei auszuliefern.

Akhanli war im Oktober 2011 in Abwesenheit von einem Gericht in der Türkei vom Vorwurf des Raubes und Totschlags freigesprochen worden, der Freispruch wurde aber wieder aufgehoben. Ihm wurde vorgeworfen, 1989 an einem Raubmord auf eine Wechselstube in Istanbul beteiligt gewesen zu sein. Er lebt seit seiner Flucht aus der Türkei im Jahr 1991 in Deutschland und ist deutscher Staatsbürger.

2010 war er auf einem Flughafen in Istanbul festgenommen worden, als er in die Türkei einreisen wollte, um seinen todkranken Vater zu besuchen. Er wurde verhaftet und blieb in Untersuchungshaft, bis der Richter am ersten Verhandlungstag entschied, dass Akhanli das Gefängnis verlassen dürfe. Wenige Tage später kehrte er nach Deutschland zurück.

Akhanli Anwalt zufolge lag bei Interpol eine sogenannte Red Notice gegen den Schriftsteller vor. Damit kann ein Land dazu auffordern, eine gesuchte Person ausfindig zu machen und vorläufig festzunehmen. Es handelt sich nicht um einen Suchauftrag im Namen von Interpol selbst und nicht um einen internationalen Haftbefehl.

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