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Erstmals Schmuggel-U-Boot- vor Europa aufgebracht

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Kokain für 100 Millionen Euro - Erstmals Schmuggel-U-Boot- vor Europa aufgebracht

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Gleich ein dicker Fisch: drei Tonnen Kokain, Schwarzmarktpreis: 100 Millionen Euro. Erstmals ist vor Europas Küste ein U-Boot von Drogenschmugglern aufgebracht worden.

Ein Schlepper der Guardia Civil zieht am 26.11.2019 ein gut 20 Meter langes Drogen-U-Boot, das vor der Küste der Region Galicien abgefangen worden war.
Spanische Polizei stellt Kokain-U-Boot sicher.
Quelle: Imago

Die spanische Polizei hat ein U-Boot mit Kokain im Wert von 100 Millionen Euro an Bord sichergestellt. Das Schmugglerboot sei bereits am Samstag vor der Küste Galiciens abgefangen, doch erst drei Tage nach der Bergung habe es die Polizei gründlich durchsucht. Im Inneren des 20 Meter langen U-Boots fanden die Beamten 152 Päckchen Kokain, zusammen drei Tonnen.

Das aus Glasfasern gebaute U-Boot habe laut Behörden eine Kapazität von bis zu fünf Tonnen gehabt. An der Polizeiaktion waren 240 spanische Polizisten beteiligt. Sie hätten mit der Polizei in Brasilien, Portugal, Großbritannien und den USA zusammen. Das internationale Ermittlerteam hatte das U-Boot auf seinem Weg durch den Atlantik verfolgt.

Das Kokain hätte eigentlich von dem U-Boot auf ein anderes Schiff geladen werden sollen. Aber die drei Personen an Bord ließen es am Samstag wegen schlechten Wetters vor der spanischen Küste zurück. Zwei Ecuadorianer nahm die Polizei fest, einer dritten Person gelang die Flucht.

Herkunft des Boots muss noch ermittelt werden

Dennoch ist sich die spanische Polizei noch nicht sicher, dass auch das Boot aus Südamerika stammt. Javier Losada de Azpiazu, Vertreter der spanischen Zentralregierung in Galicien, erklärte, die genaue Herkunft müsse erst noch ermittelt werden. Azpiazu bezifferte den Schwarzmarktpreis der Drogen auf 100 Millionen Euro.

"Es ist das erste Mal, dass diese Methode zum Drogentransport in Europa aufgedeckt wurde", teilte die spanische Polizei mit. Bislang war der Einsatz von U-Booten im Drogenhandel vor allem aus Amerika bekannt. So wurden bereits Drogenhändler aus Kolumbien gefasst, die Kokain an Bord von Unterwasserbooten nach Mexiko und von dort in die USA schmuggelten.

Nach Schätzungen von Robert J. Bunker, der am US Army War College in Pennsylvania zu Drogenkartellen forscht, existieren rund 1.000 dieser Drogen-U-Boote weltweit. Meist würden Schmuggler die U-Boote in abgelegenen Flussarmen im Urwald von Kolumbien, Ecuador oder Guyana bauen. Für die Steuerung der Boote würden Fischer eingesetzt.

Paradies für Drogenschmuggler

Die spanische Region Galicien gilt wegen ihrer vielen Buchten und Höhlen entlang der zerklüfteten Atlantikküste jedoch als Paradies für Drogenschmuggler. Im Jahr 2018 wurden in Spanien insgesamt 41 Tonnen Kokain beschlagnahmt, das Land lag damit in der EU auf Platz zwei hinter Belgien.

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