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Kommentar: Ein Jahr #MeToo - Männer, benehmt Euch endlich!

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Was darf Mann? Ganz einfach: Einen respektvollen Umgang mit Frauen pflegen. Mehr ist gar nicht nötig. Dass das jetzt jedem klar sein sollte, ist der Erfolg von #MeToo.

Mann faßt Frau an den Po
#MeToo hat auch auf sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz aufmerksam gemacht.
Quelle: hf

Die #MeToo-Bewegung wird ein Jahr alt. Und zahlreiche Kritiker fragen: "Was dürfen sich Männer im Umgang mit Frauen noch erlauben?" Dabei verlangt #MeToo von Männern (und Frauen) nichts anderes als ein gutes Benehmen. Und dafür ist es höchste Zeit.

Bewegung mit vielen Erfolgen

In einem Jahr #MeToo hat die Bewegung viel erreicht. Es hat ein gesellschaftliches Umdenken stattgefunden - weltweit. Frauen haben sich eine Stimme erkämpft, wenn es um Belästigung oder Missbrauch geht. Ein Erfolg von #MeToo: Es sind nicht länger allein Vergewaltigungen, die Konsequenzen für die Täter nach sich ziehen. Die Bewegung hat es geschafft, dass Belästigungen - vom Altherrenwitz bis zum Klaps auf den Po - nicht länger in unserer Gesellschaft toleriert oder verschwiegen werden.

Mehr Frauen bekommen durch #MeToo eine Stimme, und gemeinsam werden sie gehört. Durch den Schulterschluss von Betroffenen werden ihre Erlebnisse ernst genommen. Ein "Stell dich nicht so an!" sollte sich keine Frau mehr gefallen lassen müssen, wenn sie beispielsweise auf der Arbeit begafft wird. Man(n) muss sich nicht die Frage stellen, ob der vielsagende Blick auf den Po der Kollegin okay ist oder nicht. Er ist es nicht. Dass das jetzt jedem bewusst sein müsste, ist der Erfolg von #MeToo.

Folgen können schwerwiegend sein

Klar ist aber auch: #MeToo darf keine Waffe sein. Anschuldigungen gegen Männer können schwerwiegende Konsequenzen haben. Das zeigen die Fälle um Harvey Weinstein, Kevin Spacey und aktuell um den US-Juristen Brett Kavanaugh. Ist jemand schuldig, dann darf die Gesellschaft darauf angemessen reagieren. Vorher sollte jedoch Zurückhaltung geboten sein. Dass das in der Realität kaum umgesetzt wird, ist das größte Problem von #MeToo.

Nicht nur für Beschuldigte, auch für Opfer ist die Debatte eine Belastung. #MeToo krankt daran, dass es in den meisten Fällen die Opfer sind, die eine Tat öffentlich machen müssen. Dazu gehört sehr viel Mut - der manchen Opfern fehlt. Hinzu kommt, dass Missbrauch und Belästigung häufig hinter verschlossenen Türen stattfinden. Beweise für eine Tat zu liefern, ist fast nie leicht. In vielen Fällen steht Aussage gegen Aussage.

Debatte muss sich weiterentwickeln

Im zweiten Jahr der Bewegung sollte #MeToo Aufmerksamkeit für diese Probleme schaffen. In der öffentlichen Debatte über einen Fall müssen immer beide Seiten gehört werden. Die Seite der Beschuldigten und die der Kläger. Die Aggression, mit der im Netz teilweise über das Thema diskutiert wird, ist dabei nicht von Vorteil. Wichtig ist, dass die #MeToo-Debatte weiterhin dazu führt, dass sich Täter nicht mehr sicher fühlen. Egal ob sie belästigen, missbrauchen oder vergewaltigen.

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