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Neuer Ministerpräsident in Bayern - Söder am Ziel

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Jahrelang hatte sich Markus Söder lautstark als einzige Option für Horst Seehofers Nachfolge dargestellt. Sein Plan ist aufgegangen, Söder ist neuer Ministerpräsident von Bayern.

Der CSU-Politiker Markus Söder ist neuer bayerischer Ministerpräsident. Der Landtag in München wählte den 51-Jährigen zum Nachfolger von Horst Seehofer.

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Es ist das vorläufige Ende eines einzigartigen Machtkampfs in der CSU. Jahrelang hatte sich Markus Söder lautstark und unumwunden als einziger Ministerpräsidenten-Kandidat in Bayern dargestellt. Und sich damit mehr als einmal den Zorn des Amtsinhabers Horst Seehofer zugezogen. Es war Söder egal.

Normalerweise gelten Kandidaten, die zu früh aus der Deckung kommen, als verbrannt. Nicht so Markus Söder. Er machte geradezu einen Kult aus seinen Ambitionen. Die Zweifler in der CSU-Landtagsfraktion besänftigte er mit dem unermüdlichen Verteilen von Förderbescheiden für deren Wahlkreise. Als bayerischer Finanzminister verfügte er über ein stattliches Finanzpolster dafür.

Seehofer verlässt Plenarsaal vor der Vereidigung

Seehofer hat bis zum Schluss versucht, Söder zu verhindern und ist damit krachend gescheitert. Er musste der Wahl seines Nachfolgers zustimmen. Wie er das heute tat, grenzt allerdings schon an einen politischen Affront: Als einziger CSU-Abgeordneter erschien Seehofer am Morgen nicht zur Fraktionssitzung, auf der Söder offiziell nominiert wurde.

Und nach seiner Stimmabgabe im Landtag verlies Seehofer noch vor der Vereidigung Söders den Plenarsaal. Die bayerische Oppositionsführerin Natascha Kohnen von der SPD sprach dann auch davon, dass die Art und Weise des Machtwechsels dem Amt des Ministerpräsidenten geschadet habe.

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Der Machtkampf geht weiter

Söder hat es jedenfalls nicht leicht: Innerhalb weniger Monate, bis zur bayerischen Landtagswahl im Oktober, muss er sich als Landesvater profilieren. Er muss die CSU aus dem 40-Prozent-Ghetto herausführen, in das die sieggewohnte Partei laut Umfragen gerutscht ist. Nichts anderes erwarten die CSU-Landtagsabgeordneten, die ihn heute einmütig gewählt haben. Söder spürt wohl die große Verantwortung, die jetzt auf ihm lastet. Er gestand heute mehrmals ein, dass er nervös sei. Nach seiner Wahl versprach er, sich zu 100 Prozent für den Freistaat einzusetzen. Ein "Bayern first" werde es aber nicht geben.

Bei der Taktgebung in der für die CSU wichtigen Innenpolitik wird der neue bayerische Ministerpräsident Söder in direkter Konkurrenz zu dem neuen Bundesinnenminister Seehofer stehen. Insofern ist der langjährige Machtkampf der beiden Christsozialen wohl nur vorläufig zu Ende.

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