Sie sind hier:

Kommentar zum G20-Gipfel - Show für Demokraten, Diktatoren, Demonstranten

Datum:

Vielleicht war dieses Bild den ganzen Gipfel wert: der Handshake zwischen Donald Trump und Wladimir Putin, den beiden Super-Egos der Weltpolitik. Es ist die Überraschung des Gipfels, dass ausgerechnet diese beiden gemeinsam ein bisschen Frieden in Syrien machen.

Bewegte Tage in Hamburg, für die Stadt - aber eben auch für die Weltpolitik. Peter Frey, ZDF-Chefredakteur zieht in einem Kommentar Bilanz zum ersten Tag des Gipfels.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Die unverhoffte Annäherung kann aber nicht verdecken, was den G20-Gipfel im Ganzen beherrscht: Kampf statt Kooperation, der Geist der Abgrenzung.

G20 ist die größte politische Weltbühne. Wer sich wichtig fühlt, will nicht fehlen. Aus dem einstigen Fachtreffen von Finanzexperten ist eine Supershow geworden, die jeder für sich nutzt: Demokraten, Diktatoren, Demonstranten.

Der G20-Gipfel von Hamburg zeigt, wie dieses Format durch nationale Egoismen, Inszenierung und nicht zuletzt die Krawalle an seine Grenzen kommt.

Eingetrübte Gipfelbilanz

Dass das Treffen der Mächtigen von Gewalt überschattet wird, die Bewegungsfreiheit der Gäste eingeschränkt ist und das Partnerprogramm nicht wie geplant stattfinden konnte, ist bitter für die deutschen Sicherheitskräfte. Was Chaoten und Gewalttäter hier seit gestern Abend anrichten, ist schockierend. Es schadet nicht zuletzt dem friedlichen und berechtigten Protest.

Die Gefahreneinschätzung von Polizei und Politik im Bund und in Hamburg war unrealistisch. Das trübt auch die Gipfelbilanz der Bundeskanzlerin.

Gebraucht wird: Klarheit

Außer Krawallbildern - was wird politisch bleiben?

Erstens: Während Trump mit Putin Geschäfte macht, fällt der US-Präsident als Anführer des Westens aus.

Aber zweitens - und das ist eine gute Nachricht: Eine selbstbewusste EU, allen voran Merkel und Macron verteidigen zusammen mit Kanadas jungem Gipfelstürmer Trudeau die offene und vernetzte Weltgesellschaft.

Wenn es morgen bei den Kernthemen Klimapolitik und freier Welthandel keine Einigung gibt, braucht Merkel den Mut, Trump zu isolieren. Besser Klarheit mit 19 als Formelkompromisse mit 20.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.