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Kommentar zur Wahl - Lichtstreifen für die SPD, Merkels Glanz verblasst

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Stephan Weil hat es geschafft, einen fast aussichtslosen Wahlkampf noch zu drehen. Unerschütterlich freundlich hat der Niedersachse einen monatelangen Rückstand aufgeholt. Weil zeigt der SPD einen Lichtstreifen am Ende des Katastrophenjahrs 2017.

ZDF-Chefredakteur Peter Frey meint, Ministerpräsident Stephan Weil habe es geschafft, ähnlich wie die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer im letzten Jahr, einen fast aussichtlosen Wahlkampf zu drehen.

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Trotzdem: Sein Wahlziel, Rot-Grün fortzusetzen, hat Weil nach jetzigem Stand offenbar knapp verfehlt. Er braucht wohl neue Regierungspartner. Wenn er statt großer Koalition eine Regierungs-Ampel will, müsste er ein weiteres Kunststück vollbringen und die FDP doch noch aus der Verweigerung herauslocken.

CDU mit schlechtestem Ergebnis seit 1959

Bei den niedersächsischen Wählern kam die Demut der bundespolitisch angeschlagenen SPD besser an als die Selbstgewissheit der CDU. Merkels Glanz verblasst. Fünfmal ist sie im Wahlkampf aufgetreten. Dennoch fällt die CDU in Niedersachsen tief - auf ihr schlechtestes Ergebnis seit 1959. Merkels politisches Schicksal hängt jetzt davon ab, ob Jamaika im Bund wirklich zustande kommt - und ob die Kanzlerin mehr kann als "Weiter so".

In der SPD gehört Stephan Weil jetzt zu den Schwergewichten. Seinem Vorsitzenden Martin Schulz verschafft er eine Verschnaufpause. Weil wird als Politiker, der auf Menschen zugehen kann, in Zukunft aber auch selbst genannt werden, wenn es um die SPD-Spitze geht.

Wähler wollten gegensteuern

Diese Landtagswahl bestätigt ein Grundmuster der deutschen Politik: Nach der für die SPD fatalen Bundestagswahl wollten die niedersächsischen Wähler gegensteuern. Ebenso wichtig: Persönlichkeit zieht, das haben auch die anderen Landtagswahlen in diesem Jahr bewiesen. Und drittens: Wenn es um ihre Themen geht, um Bildung, Polizei, die Automobilindustrie, mehr oder weniger grüne Landwirtschaft, dann mobilisiert das die Wähler.

Das hält dann sogar die AfD klein. Politik ist eben Kampf und keine Wohlfühlveranstaltung.

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