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Kommentar zur Thüringen-Wahl - Wer Höcke wählte, wählte bewusst rechtsextrem

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Mehr als jeder fünfte Thüringer Wähler gab Höckes AfD seine Stimme. Jetzt ist die Demokratie gefordert. Thüringen muss eine Antwort finden.

Mehr als jeder fünfte Thüringer Wähler gab Höckes AfD seine Stimme. Jetzt ist die Demokratie gefordert. Thüringen muss eine Antwort finden. Ein Kommentar von ZDF-Chefredakteur Peter Frey.

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Das Land mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern hat Bodo Ramelow als ersten linken Ministerpräsidenten bestätigt. "Alles so wie früher, nur ohne CDU", dachte mancher Wähler. Und entschied sich für den Kretschmann des Ostens. Links ist in Thüringen die neue Mitte.

Kein Aufschrei der Abgehängten

Doch mehr als jeder fünfte Wähler entschied sich für Höckes AfD. Platz zwei - bitter, besonders für die CDU. Das ist nicht nur Protest oder der Aufschrei von Abgehängten. Nein, wer Höcke wählte, wählte den "Flügel", wählte bewusst rechtsextrem. Das ist schockierend und zeigt, 30 Jahre nach dem Fall der Mauer, eine neue Spaltung.

Die Thüringer AfD schneidet schlechter ab als zuletzt in Sachsen und Brandenburg. Der zwischen Selbstüberhöhung und Feigheit schwankende Björn Höcke hat weder den angestrebten Wahlsieg noch eine Regierungsbeteiligung erreicht. Wohl aber die Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Die AfD jubelt heute Abend. Aber sie muss entscheiden, ob sie sich weiter von dem ehemaligen Geschichtslehrer aus Bad Sooden-Allendorf treiben lässt.

Neue "Erfurter Verhältnisse"?

Erst einmal kann Ramelow geschäftsführend weitermachen. Auch eine Minderheitsregierung ist denkbar. Für ganz neue "Erfurter Verhältnisse" könnte jetzt Mike Mohring sorgen. Der konservative Christdemokrat könnte wagen, wozu ihm sogar Kurt Biedenkopf riet: die Koalition mit den Linken.

Das wird seine Zeit brauchen und könnte zur innerparteilichen Zerreißprobe werden. Aber die CDU ist auch in Baden-Württemberg auf die Grünen zugegangen, trotz tiefer Gräben. Eine deutliche Mehrheit der Thüringer CDU-Wähler ist offen für dunkelrot-schwarz.

Weimar liegt in Thüringen. Doch diese Demokratie ist wehrhaft. Und kann Antworten auf politischen Extremismus finden.

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