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Kommentar zu Deneuve-Aufruf - Über die Freiheit, Grenzen zu setzen

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In einem offenen Brief kritisieren 100 Frauen, auch Catherine Deneuve, die #MeToo-Debatte - und fordern "Freiheit, jemandem lästig zu werden". Ein Kommentar.

Barbara Hahlweg
Barbara Hahlweg Quelle: ZDF

Mich verblüfft der Vorstoß dieser 100 französischen und zweifellos klugen Frauen, darunter Ikonen wie Catherine Deneuve. Natürlich haben sie gute Argumente: im Laufe der Diskussion wurden Männer auch zu Unrecht an den Pranger gestellt, mitunter mit bestürzender Agressivität. Das geht in die absolut falsche Richtung, völlig d'accord.

Debatten wie #MeToo sind unerlässlich

Und natürlich soll niemandem die Freiheit des unbeschwerten Flirtens genommen werden. Das ist aber aus meiner Sicht nicht Kern des Problems. Solange Mädchen und Frauen noch nicht völlig selbstverständlich ihre persönlichen Grenzen benennen und durchsetzen können, sind Debatten wie #MeToo unerlässlich.

Weil sie das Bewusstsein schärfen und verändern. Im besten Fall bei Frauen und Männern. Etliche Frauen, die erst jetzt  von ihren Erfahrungen berichten, wurden ja fast schon vorwurfsvoll gefragt , warum sie das erst jetzt und nicht schon viel früher erzählt hätten. Die gängige Antwort: Weil erst jetzt die Zeit reif war. Weil es erst jetzt jemanden interessiert.

Machtmissbrauch und Schikane eindämmen

Nicht nur als Mutter von drei Mädchen erlebe ich, wie wichtig es ist, dass sich Frauen zu Wort melden, sich solidarisieren, von ihren Erfahrungen berichten und ganz klar machen: "SO NICHT!" Um Machtmissbrauch, Schikane und Belästigung einzudämmen, um jemanden in seine Schranken zu weisen, braucht es Unabhängigkeit und Selbstbewusstsein - das müssen wir fördern und nicht die Freiheit, lästig zu sein. 

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