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Kommentar zum Diesel-Gipfel - Einfach(e) Software-Updates als Erfolg verkauft

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Offenbar haben die Diesel-Dunstschwaden mittlerweile auch die Politik komplett eingenebelt: Wie kann man das als Erfolg verkaufen, was für Millionen von Dieselfahrern seit Wochen selbstverständlich ist: das kostenlose Software-Update?

Der Diesel könnte eine saubere Technologie sein, meint Volker Angres, Chef der ZDF-Umweltredaktion. Denn eines sei klar: Die Luft in den Städten müsse sauberer werden, auch wenn zwei Drittel der Schadftstoffbelastungen nicht vom Straßenverkehr stammen.

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Man ahnt es schon: Schnell wird’s nicht gehen: Millionen Autos mehr oder weniger gleichzeitig in die Werkstätten? Chancenlos. Fahrverbote sind also nicht vom Tisch.

Archiv: Volker Angres am 01.01.2012
ZDF- Umweltexperte Volker Angres Quelle: ZDF

Fassungslosigkeit macht sich breit: Denn der Diesel kann durchaus eine saubere Technik sein. Eine Riesenchance. Doch von den Herstellern kaum genutzt.

Luftreinhaltepläne ignoriert

So gerät der Diesel-Gipfel zu einem Luftreinhalte-Notfalltreffen in letzter Minute. Denn, kaum bekannt, saubere Luft in unseren Städten sollte es schon seit 2010 geben. So ist es festgeschrieben in einer verbindlichen EU-Richtlinie. Zuständig für die Umsetzung: die Ministerpräsidenten der Länder. Luftreinhaltepläne wurden zwar aufgestellt, aber nicht konsequent ausgeführt. Auch aus Rücksicht auf die Autoindustrie.

Viele Möglichkeiten für gute Luft hätte es gegeben: eben von Anfang an mehr Druck auf die Autobauer, mehr Bus und Bahn, mehr Frischluftschneisen in den Städten, schärfere Kontrolle von Kraftwerken und Industrieanlagen ... und so weiter. Denn zwei Drittel der Gesamtbelastung mit Stickoxiden kommen eben nicht aus dem Straßenverkehr.

Und mehr noch: Kürzlich gab es Post aus Brüssel. Ein Mahnschreiben der EU. Setzt Deutschland die besagte Luftreinhalte-Richtlinie nicht vollständig um, drohen Zwangsgelder - in Millionenhöhe. Und wer zahlt diese Zeche? Ganz recht: wir alle, die Steuerzahler.

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