Sie sind hier:

Kommentar zum Parteitag - "SPD muss Selbstvertrauen wiedergewinnen"

Datum:

Immerhin: Der von ihrer Parteilinken geforderten Selbstverzwergung hat die SPD heute widerstanden. Aber es bleibt erstaunlich, wie tief der Widerwille gegen das Regieren sitzt.

Immerhin: der von ihrer Parteilinken allen Ernstes geforderten Selbstverzwergung hat die SPD heute widerstanden. Aber es bleibt erstaunlich, wie tief der Widerwille gegen das Regieren, gegen Kompromisse sitzt. Die SPD - zwischen Opposition und Gestalten …

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Nicht der Parteivorsitzende Schulz, nein - die starken Frauen Nahles, Dreyer, Schwesig sowie der Niedersachse Weil haben den Parteitag am Ende knapp überzeugt. Aber der GroKo-Überdruss und eine irrationale Sehnsucht nach Opposition waren unübersehbar.

SPD zeigte Lebendigkeit

Sicher, im Vergleich zu den Unionsparteien zeigte die SPD heute Lebendigkeit, führte eine respektable Diskussion. Wenn die Sozialdemokraten das Schauspiel ihrer Uneinigkeit aber bis zum Mitgliederentscheid fortsetzen, werden die Umfragewerte weiter sinken.

In den Koalitionsverhandlungen wird noch nachgeschärft und mit der Union gestritten werden müssen. Für die Sozialdemokraten geht es aber um viel mehr: Sie müssen ihr Selbstvertrauen wiedergewinnen. So merkwürdig das klingt: Die dienstälteste deutsche Partei, die seit 1998 fast ununterbrochen regiert, muss erst wieder begreifen, dass Politik nicht der Selbstfindung dient, sondern den Bürgern.

Vorsitzenden-Dämmerung hat eingesetzt

Martin Schulz hat für die GroKo gekämpft, unermüdlich und am Rand der politischen Selbstachtung. Aber er war es eben auch, der seine Leute auf die Bäume geschickt hat. Mit seinem Hang zur Superlative traf er nicht den richtigen Ton. Auch nach den Sondierungsgesprächen überließ er es den anderen sozialdemokratische Erfolge zu verkaufen. Heute prallte er fast an der SPD ab.

Die Vorsitzenden-Dämmerung hat bei der Verlierer-Troika der Bundestagswahl längst eingesetzt. Bei der CSU und heute bei der SPD ist sie schon sichtbar. Ob Merkel ihre Partei noch beherrscht, ob sie den Sozialdemokraten also noch entgegenkommen kann oder Spahn, Dobrindt und Co. die Machtfrage stellen, werden die Koalitionsverhandlungen zeigen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.