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Gedenken an DDR-Revolution - Dialog statt "Veranstaltungs-Holzhammer"

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Zum 30. Jahrestag des Kampfes für Demokratie in der DDR will die Regierung "so wenig Staatsakt wie nötig" und setzt auf Bürgerdialoge.

Jubelnde Menschen auf der Berliner Mauer am Brandenburger Tor
Jubelnde Menschen auf der Berliner Mauer am Brandenburger Tor
Quelle: dpa

"Wessi-Bashing" im Osten, "positives Desinteresse" im Westen - so beschreibt der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) die Problemlage 30 Jahre nach der friedlichen Revolution im vereinten Deutschland. Beides nehme wieder zu, konstatiert er: "Da waren wir schon einmal entspannter."

Platzeck leitet die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission zur Gestaltung des 30. Geburtstags von Demokratie im Osten und deutscher Wiedervereinigung. Das Jubiläum falle in ein Gesamtklima, "das, vorsichtig formuliert, schwierig ist", sagte Platzeck mit Blick auf die AfD-Erfolge jüngst in Brandenburg und Sachsen. Am Montag legte die Kommission ihr Konzept vor.

Acht Gedenkveranstaltungen, 16 Bürgerdialoge

Ihr Rezept lautet: Bürgerdialog. 30 Jahre nachdem sich die Opposition in der DDR zum Protest erhob und zur Massenbewegung wurde, sollen Ost- und Westdeutsche zusammenkommen und miteinander über Erreichtes, Fehlgeschlagenes, Erfolge und Verletzungen reden. Neben acht zentralen Gedenkveranstaltungen mit offiziellen Charakter soll es 16 solcher Bürgerdialoge geben.

"So viel Staatsakt wie nötig, aber vor allen Dingen so viel Begegnung, so viel Aussprache, so viel Debatte, so viel 'vielleicht sich wieder füreinander Interessieren' wie irgendwie möglich", fasste Platzeck das Konzept zusammen. Den "großen Veranstaltungshammer" solle es nicht geben.

Sonderzüge von Dresden nach Prag

Die acht zentralen Veranstaltungen sollen an Daten stattfinden, die heute als Meilensteine für das Erringen von Demokratie im Osten Deutschlands und die Einheit gelten. Den Auftakt sollte eine Diskussionsveranstaltung bereits am Montag bilden, dem 30. Jahrestag des Gründungsaufrufs für die Oppositionsbewegung "Neues Forum" in der DDR.

Alle Deutschen sollten begreifen, dass das "ein wirklicher Anlass zu feiern ist", sagt SPD-Politiker Wolfgang Thierse über die friedliche Revolution in der DDR 1989.

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Am 28. September, dem Jahrestag der Ausreise von DDR-Flüchtlingen aus Prag, sollen Sonderzüge von Dresden in die tschechische Hauptstadt fahren.

Rede des Bundespräsidenten am 9. Oktober

Am 9. Oktober, dem 30. Jahrestag der medial auch im Westen wahrgenommenen Montagsdemonstration in Leipzig, wird es dort einen Festakt mit einer Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geben. Am Tag des Mauerfalls am 9. November werden die Scheinwerfer wiederum auf Berlin gerichtet.

Gedenktage im kommenden Jahr sollen der 18. März, Jahrestag der ersten freien und demokratischen Volkskammerwahl in der DDR, der 1. Juli als Tag der Währungsunion, das Datum der Unterzeichnung des 2+4-Vertrags (12. September) und der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober sein.

Handlungsempfehlungen für Politik

Bei den Bürgerdialogen will die Kommission Erfahrungen und Kritik sammeln, um daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten, die sie im kommenden August der Politik vorlegen will. Der Bundesregierung sei es wichtig, dass das Gedenken in einen Prozess münde, sagte der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Markus Kerber.

"Offen, ehrlich, kritisch" solle die Situation in den Blick genommen werden, sagte der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU), der Vize-Vorsitzender der Kommission ist. 30 Jahre nach der friedlichen Revolution sei jetzt vielleicht der richtige Ort und Zeitpunkt, sich wie 1968 in der alten Bundesrepublik kritisch der Geschichte und den handelnden Akteuren von 1989 und 1990 zu stellen, sagte Hirte.

Screenshot Zeitstrahl Mauerfall

Friedliche Revolution 1989 - Der Weg zum Mauerfall - eine Chronik

Am 9. November 1989 fiel die Mauer - und die Teilung Deutschlands war Geschichte. Die bewegenden Ereignisse von Januar 1989 bis zum Mauerfall gibt es hier im Zeitstrahl.

von Corinna Zander
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