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Artenschutz-Konferenz in Genf - Mehr Schutz für Elefanten, Giraffen und Haie

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183 Staaten haben in Genf über den weltweiten Artenschutz debattiert - mit einigen Durchbrüchen. So soll der Handel mit bedrohten Tieren stärker als bisher eingeschränkt werden.

Zum ersten Mal stand der Schutzstatus der afrikanischen Giraffe auf der Agenda der 183 Vertragsstaaten, die diesmal alle an der zwölftägigen Konferenz teilnahmen. Weltweit finde abseits der Öffentlichkeit derzeit ein stilles Aussterben  der Giraffen statt, sagt die Grünen-Politikerin Steffi Lemke. Innerhalb der vergangenen 30 Jahre hat sich der Bestand der Giraffen nahezu halbiert. Laut Bundesumweltministerium lag der weltweite Bestand frei lebender Giraffen zwischen 146.700 und 155.500. Zählungen in den Jahren 2015 und 2016 ergaben nur noch einen Bestand von rund 85.000 Tieren. Das heißt, die Zahl der Giraffen ist in den letzten 30 Jahren um bis zu 40 Prozent gesunken.

Die Tiere stehen künftig mit Einschränkungen unter Schutz. Bisher war der Handel mit diesen Tieren überhaupt nicht begrenzt. Giraffen werden unter anderem gejagt, um Dekoartikel herzustellen.

Illegaler Handel mit Elfenbein blüht weiter

Großes Thema auf der Konferenz war auch der Handel mit Elfenbein. Der seit fast drei Jahrzehnten verbotene Handel bleibt weiter bestehen. Mit großer Mehrheit hatte die Konferenz Anträge aus dem südlichen Afrika abgelehnt, wo einige Länder mit den Stoßzähnen der Elefanten wieder Geld verdienen wollten.

Beschlagnahmtes Elfenbein in Singapur. Symbolbild
Beschlagnahmtes Elfenbein in Singapur: Der seit fast 30 Jahren strikt verbotene Handel wird vorerst nicht aufgeweicht.
Quelle: Then Chih Wey/XinHua/dpa

Trotzdem blüht der illegale Handel mit Elfenbein weiter. Wenn der Verkauf nicht konsequent unterbunden werde, gelange auch Verbotenes an den Käufer, meint der Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF), Christof Schenck. Es sei gerade mal vier Wochen her, dass der Zoll in Singapur 8,8 Tonnen Elfenbein beschlagnahmt habe. Die Stoßzähne von etwa 300 Elefanten seien aus der Demokratischen Republik Kongo gekommen und für Vietnam bestimmt gewesen. Bei einem Marktwert von 13 Millionen Dollar  sei es also kein Wunder, dass Elfenbein von hochgradig organisierten kriminellen Banden geschmuggelt werde, so Schenck.

In manchen afrikanischen Staaten bleibt ein eingeschränkter Handel immer noch möglich. Der Antrag, dies zu verbieten, fand keine Mehrheit. Es gebe daher noch einige gewaltige Schlupflöcher. Ein legaler Handel ziehe immer auch einen starken illegalen Handel nach sich, denn er sende die Botschaft an die Wilderer: Elfenbein werde gehandelt, und Papiere könnten leicht gefälscht werden, klagt ZGF-Geschäftsführer Christof Schenk. Jedes Jahr werden 30.000 Elefanten gewildert.

Wildlebende Elefanten dürfen nicht an Zoos verkauft werden

Überraschend wurde ein Antrag afrikanischer Staaten angenommen, wonach wildlebende afrikanische Elefanten nicht mehr an Zirkusse und Zoos verkauft werden dürfen. Nur noch an Artenschutzprojekte in ihrem natürlichen afrikanischen Lebensraum dürfen sie abgegeben werden. Diese Entscheidung findet auch Tierschützer Christof Schenck richtig. Elefanten genau wie Löwen, Tiger oder andere Wildtiere gehörten nicht in Zirkusse oder sonst wie in die Unterhaltungsindustrie, um sie Figuren tanzen zu lassen. Bei Zoos ist er da nicht so strikt, denn sie trügen zum Schutz der Arten bei. Doch ihren Tierbedarf deckten sie in der Regel durch Nachzuchten und Tauschen zwischen den Zoos, sagte Schenck.

Elefantengruppe mit Jungtieren in der Savanne.
Die Artenschutzkonferenz hat den Export von Elefanten aus vier Ländern Afrikas für Zoos und Zirkusse verboten.
Quelle: ZDF/Andreas Kieling,

Bei den Nashörnern haben sich die Cites-Staaten darauf geeinigt, dass die Märkte für sämtliche Hornprodukte geschlossen werden sollten. Für Breitmaulnashörner gilt seit mehr als 40 Jahren ein Handelsverbot. Das kleine Land Eswatini (früher Swasiland) hatte eine Lockerung beantragt, um das Horn von 66 Nashörnern aus seinen Lagern verkaufen zu dürfen. Nashorn ist in Asien sehr gefragt, weil es angeblich Heilwirkung hat. Es wird dafür in etwa so viel wie für Gold bezahlt, und das hat zu einem Boom der Wilderei geführt.

Makohaie und Gitarrenrochen sollen besser geschützt werden

Auch für Fische wird der Handel besser reguliert. Hier sind nämlich bestimmte Hai- und Rochenarten in Asien vor allem wegen ihrer Flossen sehr begehrt. So sollen die Makohaie und Gitarrenrochen besser geschützt werden. Das Problem bei den Haien ist, dass sie sich nur sehr langsam vermehren. Insgesamt sollen 18 Arten wie bereits 20 andere Hai- und Rochenarten auf den sogenannten Anhang 2 des Abkommens gesetzt werden. Für Arten, die im Anhang 2 stehen, muss der Handel kontrolliert und beschränkt werden. Im Gegensatz zu den streng geschützten Arten im Anhang 1 kommen auf diese Liste Tiere und Pflanzen, die noch nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht sind, deren Bestand aber gefährdet würde, wenn der Handel nicht reguliert wird.

Makohai
Makohaie und Gitarrenrochen sollen künftig besser geschützt werden.
Quelle: dpa

Auch der Handel mit Meereszierfischen für Aquarien soll besser überwacht werden. Hier liegt der Fokus auf Fische, die aus tropischen Gewässern kommen, und die an Korallenriffen leben. 150 Millionen Meereszierfische werden jedes Jahr verkauft. Viele verenden dabei schon auf dem Transportweg. Insgesamt reguliert Cites derzeit den Handel von etwa 5.800 Tier- und 30.000 Pflanzenarten.

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