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Konflikt am Tempelberg - Israel entfernt Metalldetektoren an heiligen Stätten

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Der Konflikt hatte sich in den vergangenen Tagen immer weiter zugespitzt, nun lenkt Israel ein: Einsatzkräfte entfernen die umstrittenen Metalldetektoren am Tempelberg. Zuvor hatte sich das Sicherheitskabinett geäußert.

Nach den jüngsten Unruhen entfernt Israel die umstrittenen Metalldetektoren am Eingang der Al-Aksa-Moschee am Tempelberg. Die Aufstellung der Detektoren hatte die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern deutlich verschärft.

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Israel hat am Dienstagmorgen damit begonnen, die umstrittenen Metalldetektoren an den Zugängen zum Tempelberg zu beseitigen. Fotos zeigten einen Arbeiter gegen 2 Uhr morgens, der am Löwentor vor der Hochfläche ein entsprechendes Kontrollgerät abbaute. Zuvor hatte das israelische Sicherheitskabinett bekannt gegeben, die Detektoren durch eine "ausgefeiltere Technologie" zu ersetzen. Das Kabinett habe eine entsprechende Empfehlung aller Sicherheitsinstitutionen akzeptiert.

Empörung unter Palästinensern

Mit der Maßnahme solle die Sicherheit von Besuchern und Gläubigen an den heiligen Stätten und in der Altstadt von Jerusalem gewährleistet werden, hieß es. Bis neue Kontrollfunktionen eingerichtet seien, werde die Zahl der Polizeikräfte erhöht. Israelische Medien hatten zuvor berichtet, alternativ würden in Zukunft hochauflösende Kameras eingesetzt, die versteckte Gegenstände aufspüren können.

Die umstrittenen Metalldetektoren waren installiert worden, nachdem Bewaffnete Mitte Juli auf dem Gelände am Tempelberg zwei israelische Polizisten getötet hatten. Die Einrichtung der Kontrollgeräte führte zu Empörung unter Palästinensern und Muslimen weltweit. Sie kritisierten, mit der Installation wolle Israel die Kontrolle über den Berg an sich ziehen. Juden verehren den Tempelberg, weil dort in der Antike der jüdische Tempel gestanden haben soll. Muslimen ist er als Edles Heiligtum mit Felsendom und Al-Aksa-Moschee neben Mekka und Medina von zentraler Bedeutung für ihren Glauben.

Livni: Krieg möglich

Wenige Stunden zuvor hatten Israel und Jordanien einen jüngst ausgebrochenen diplomatischen Konflikt gelöst, nachdem am Sonntag eine israelische Sicherheitskraft in der Botschaft von Amman zwei Jordanier tötete, nachdem einer von ihnen einen Angriff versuchte. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der jordanische König Abdullah II. telefonierten am Montagabend miteinander, um die Lage zu beruhigen. Netanjahus Büro würdigte die Unterhaltung anschließend, sie habe in einer Atmosphäre der Kooperation stattgefunden.

Zuvor hatte der UN-Sonderbeauftragte für den Nahen Osten, Nicolaj Mladenow, gewarnt, die Tempelberg-Krise habe das Potenzial, den politischen Streit zwischen Israelis und Palästinensern auf eine religiöse Ebene zu heben, von der weltweit Millionen oder gar Milliarden Menschen betroffen sein könnten. Die israelische Ex-Außenministerin Zipi Livni hielt einen religiösen Krieg Israels mit der muslimischen Welt für möglich. "Wir sind einen Schritt entfernt davon, unseren Konflikt mit den Palästinensern und unsere Zusammenarbeit mit Jordanien und anderen sunnitischen Nationen in ein panmuslimisches Ereignis gegen den Staat Israel zu verwandeln", sagte sie dem israelischen Armee-Radio.

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