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Konflikt in Fernost - Nordkorea: Angriffsbereit und abwartend

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Der Krieg der Worte zwischen Nordkorea und Washington geht weiter. Südkorea und die EU wollen einen Krieg vermeiden. Vor einem möglichen Raketenangriff auf die US-Insel Guam will die nordkoreanische Führung zunächst das Verhalten der USA abwarten.

"Die chinesischen Sanktionen werden in Nordkorea spürbar sein", sagt ZDF-Korrespondent Eric Marr. China brauche Stabilität in der Region und "Nordkorea als Puffer zu Südkorea".

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat die Pläne seines Militärs über einen Start von Raketen in Richtung der US-Pazifikinsel Guam erhalten, wartet aber noch mit einer Entscheidung darüber. Er werde die Taten der USA etwas länger beobachten, bevor er sich entschließe, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA Kim. Südkoreas Präsident Moon Jae In rief Nordkorea zum Dialog auf und erklärte, es werde keine Militäraktion auf der koreanischen Halbinsel ohne die Zustimmung Südkoreas geben. "Die Regierung wird unter allen Umständen einen Krieg verhindern." Moon äußerte sich anlässlich des 72. Jahrestages der Befreiung der Halbinsel von der japanischen Besatzung, den beide koreanische Staaten begehen.

Bemühungen um Deeskalation

Vergangene Woche hatte Nordkorea erklärt, die Pläne für den Abschuss von vier Raketen Richtung Guam, wo die USA einen Militärstützpunkt unterhalten, würden abgeschlossen. Das Militär werde Kim die Pläne unterbreiten und auf seinen Befehl warten. US-Präsident Donald Trump hatte darauf im verbalen Schlagabtausch mit der Führung in Pjöngjang nachgelegt. Per Twitter hatte er erklärt, militärische Lösungen seien komplett vorbereitet, "geladen und entsichert". In den vergangenen Tagen bemühten sich aber Vertreter der USA und ihrer Verbündeten um Deeskalation.

An der Tokioter Börse wie zuvor an der Wall Street legten daraufhin den zweiten Tag in Folge die Kurse zu. Der Dollar notierte nach Kims Äußerungen fester. Kim habe am Montag das Armeekommando inspiziert, berichtete die Nachrichtenagentur KCNA weiter. Er habe die Pläne, nach denen die Raketen kurz vor der Küste Guams ins Meer niedergehen sollen, lange geprüft und mit Offizieren beraten.

Jederzeit einsatzbereit

Kim habe erklärt, die USA sollten "durch ihre Taten zeigen, ob sie die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verringern und einen gefährlichen militärischen Zusammenstoß verhindern wollen". Er habe das Militär angewiesen, jederzeit einsatzbereit zu sein, wenn er eine Entscheidung treffe, berichtete KCNA. "Er sagte, wenn die Yankees mit ihren extrem gefährlichen und unverantwortlichen Aktionen auf der koreanischen Halbinsel und in ihrer Umgebung weitermachen, wenn sie die Selbstbeherrschung der DVRK auf die Probe stellen, dann wird diese eine wichtige Entscheidung treffen, so wie sie es bereits angekündigt hat."

DVRK steht für Demokratische Volksrepublik Korea, den offiziellen Namen Nordkoreas.
In der kommenden Woche sollen gemeinsame Militärmanöver der USA und Südkoreas beginnen, die Nordkorea als akute Bedrohung des Landes betrachtet. Am Donnerstag hatten die USA und Japan ein auf 18 Tage angelegtes Manöver auf der nordjapanischen Insel Hokkaido begonnen, zu dem auch Raketenübungen gehören. Zudem könnte Nordkorea den Jahrestag der Befreiung von Japan zur Machtdemonstration nutzen.
Südkoreas Präsident Moon rief Nordkorea zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. "Ohne internationale Zusammenarbeit und Koexistenz ist eine wirtschaftliche Entwicklung unmöglich", sagte er. "Wenn Ihr auf diesem Weg weitergeht, dann wird es nur internationale Isolation geben und eine dunkle Zukunft."

Drohungen aus den USA

US-Verteidigungsminister Jim Mattis hatte zuvor Nordkorea davor gewarnt, einen Krieg gegen sein Land zu riskieren. "Wenn sie die Vereinigten Staaten unter Beschuss nehmen, könnte sich dies sehr schnell zu einem Krieg zuspitzen", sagte er am Montag vor Journalisten.
Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe erklärte, höchste Priorität habe es, einen Raketenstart Nordkoreas zu verhindern. Darin sei er sich mit Trump in einem Telefonat am Dienstag einig gewesen.

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