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Nach neuem Atomwaffentest - USA erwägen Handelsstopp mit Nordkoreas Partnern

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Nordkorea hat mit seinem bisher stärksten Atomwaffentest weltweit Besorgnis und Empörung ausgelöst. US-Präsident Trump erwägt nun einen Handelsstopp mit allen Geschäftspartnern Nordkoreas. Die Möglichkeit einer militärischen Reaktion ließ er offen. Der UN-Sicherheitsrat berät am Montag über die Lage.

Trotz aller Sanktionen hat Nordkorea nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe getestet – der bislang größte Atomwaffentest des Regimes. Das Erdbeben war bis in den Nordosten Chinas zu spüren.

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Trump erklärte die "Besänftigungspolitik" gegenüber Pjöngjang für gescheitert und kündigte neue Sanktionen an. Die USA würden erwägen, die Handelsbeziehungen zu allen Staaten einzustellen, die Geschäfte mit Nordkorea machten, erklärte Trump per Twitter. Auf die Frage, ob die USA Nordkorea militärisch angreifen würden, sagte der US-Präsident: "Wir werden sehen."

Der UN-Sicherheitsrat tritt am Montag (16 Uhr MESZ) zu einer Sondersitzung zusammen, um über eine Reaktion auf den jüngsten nordkoreanischen Atomtest zu beraten. Das Treffen finde auf Antrag der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Japans und Südkoreas statt, erklärten Diplomaten in New York.

Beben durch Detonation in China zu spüren

Das nordkoreanische Staatsfernsehen hatte zuvor gemeldet, das Militär habe eine Wasserstoffbombe von "noch nie da gewesener" Kraft erfolgreich gezündet. Die Detonation löste ein Beben aus, das noch in China und Russland zu spüren war. Nach Einschätzung der japanischen Regierung hatte die Bombe eine Sprengkraft von bis zu 70 Kilotonnen, das wäre mehr als vier Mal so viel wie bei der Atombombe von Hiroshima.

Nach einer Reihe von Raketentests Nordkoreas - zuletzt wurde ein Geschoss über Japan hinweg gefeuert - wertete die Weltgemeinschaft den Nukleartest als neue Stufe der Eskalation. UN-Generalsekretär Antonio Guterres nannte Pjöngjangs Vorgehen "zutiefst destabilisierend" für die regionale Sicherheit. EU-Ratspräsident Donald Tusk drohte Nordkorea mit einer Verschärfung der Sanktionen. Die Europäische Union stehe bereit, erklärte Tusk am Sonntagabend in Brüssel. Der Atomwaffenrest zwinge die internationale Gemeinschaft zu einer raschen und entschlossenen Reaktion.

China wichtigster Handelspartner Nordkoreas

Nach einem Bericht der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua sprachen auch Präsident Xi Jinping und dessen russischer Kollege Wladimir Putin am Rande des Gipfeltreffens der Brics-Staaten über die Lage und bekräftigten ihr Bekenntnis für eine atomare Entwaffnung auf der koreanischen Halbinsel. Das chinesische Außenministerium erklärte in Richtung Pjöngjang: "Hören Sie auf mit fehlgeleiteten Aktionen, die die Situation verschlechtern".

Auf China entfallen rund 90 Prozent des nordkoreanischen Handels und es gilt deshalb als Schlüssel, um die Regierung in Pjöngjang wirtschaftlich in die Knie zu zwingen. Die USA werfen Peking aber vor, die bestehenden Sanktionen nicht hart genug umzusetzen. "Nordkorea ist eine Schurkennation, die zu einer großen Bedrohung und zu einer Schmach für China geworden ist, das uns mit wenig Erfolg zu helfen versucht", schrieb Trump auf Twitter. Sein Finanzminister Steven Mnuchin sagte, die USA arbeiteten an neuen Sanktionen, um Nordkorea noch weiter zu isolieren.

Bisherige UN-Sanktionen ohne Wirkung

Der UN-Sicherheitsrat hatte bereits Anfang August neue Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen und könnte nun versuchen, mit weiteren Strafmaßnahmen die Schlinge noch enger zu ziehen. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel sagte, der Sicherheitsrat werde sicherlich "in großer Geschlossenheit die erforderlichen Maßnahmen ergreifen". Der Leiter der Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen, Lassina Zerbo, beklagte allerdings, die bisherigen UN-Sanktionen seien wirkungslos.

Die angeblich von Nordkorea verwendete Wasserstoffbombe ist eine Weiterenwicklung der im Zweiten Weltkrieg eingesetzten Atombomben und bei den Nuklearmächten längst Standard. Nordkorea testete eine solch gefährliche Waffe nach eigenen Angaben bereits einmal, im Januar 2016, bei den übrigen Tests kamen konventionelle Atombomben zum Einsatz, zuletzt im vergangenen September. Der Test wurde am Sonntag kurz nach Mittag Ortszeit unterirdisch in der Testanlage Punggye-ri vorgenommen.

Die Stärke des Erdbebens legte nahe, dass es tatsächlich eine Wasserstoffbombe war. Verschiedene Messungen ergaben eine Stärke von 5,7 bis 6,3. Das wäre fünf bis sechs Mal so stark wie die Erdbeben bei den bisherigen fünf nordkoreanischen Atomtests.

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