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Nordkorea-Konflikt - Berlin bietet sich wieder als Vermittler an

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Inmitten hitziger Wortgefechte zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat die Bundesregierung wieder angeboten, eine Vermittlerrolle zu übernehmen. "Hier gibt es nur eine diplomatische Lösung, alles andere führt ins Unglück", sagte Kanzlerin Merkel.

Nach Trumps Rede vor der UNO, in der er Nordkorea mit völliger Zerstörung drohte, hat der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un zurückgeschlagen. Er bezeichnete Trump als "dementen Greis", und versicherte, "ihn mit Feuer zu bändigen".

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im internationalen Konflikt mit Nordkorea wieder eine deutsche Vermittlerrolle angeboten. "Wir alle sind beunruhigt, wenn wir sehen, was für Atomtests in Nordkorea durchgeführt werden", sagte die CDU-Vorsitzende an diesem Freitag bei einem Wahlkampfauftritt im hessischen Heppenheim.

"Deutschland und auch Europa sind bereit"

"Aber auch hier, gerade mit Blick auf Nordkorea, sage ich ganz eindeutig: Hier gibt es nur eine diplomatische Lösung, alles andere führt ins Unglück. Deshalb ist Deutschland und auch Europa bereit, hier mitzuhelfen, diesen Konflikt zu lösen."

Als Antwort auf kriegerische Töne von US-Präsident Donald Trump hatte Nordkorea zuvor mit dem Test einer Wasserstoffbombe über dem Pazifik gedroht. Unterdessen werden im Krieg der Worte zwischen den USA und Nordkorea die Beleidigungen immer schärfer. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un bezeichnete US-Präsident Donald Trump in einer Reaktion auf dessen Rede vor der UN-Vollversammlung als "senilen Alten", den er mit Feuer zähmen werde. Trump konterte mit den Worten, Kim sei "offensichtlich ein Wahnsinniger".

Mehr noch als die Wortwahl der beiden überraschte Beobachter die Tatsache, dass sich Kim mit einer persönlichen Botschaft zu Wort meldete. Das habe der nordkoreanische Staatschef bisher noch nie getan, hieß es von der Regierung in Seoul. Die Kriegsrhetorik überlässt er üblicherweise seinen Generälen oder den Staatsmedien. Außerdem nahm er direkt und ausschließlich Bezug auf den US-Präsidenten und nicht auf die US-Politik.

Kim über Trump: "Den verrückten Alten zähmen"

Trump hatte in seiner Rede bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung am Dienstag gedroht, Nordkorea völlig zu zerstören, sollte es einen Angriff wagen. Kim sagte, es zeuge von einem geistesgestörten Verhalten des US-Präsidenten, dass er vor der versammelten Welt öffentlich den Willen äußere, einen souveränen Staat zu zerstören. Er sollte sein Worte mit mehr Sorgfalt wählen.

"Seine Worte ... haben mich überzeugt, dass der Weg, den ich gewählt habe, der richtige ist und dass ich ihm bis zum Schluss folgen muss", erklärte Kim. Weder mache ihm Trump Angst noch werde der US-Präsident ihn stoppen. "Ich werde bestimmt und auf jeden Fall den verrückten Alten in den USA mit Feuer zähmen", sagte Kim.

Sein Außenminister Ri Yong Ho deutete an, dass Kim möglicherweise den Test einer Wasserstoffbombe im Pazifik erwägen könnte. Eine solche Bombe hatte Nordkorea nach eigenen Angaben erst Anfang September unterirdisch gezündet, doch in der Atmosphäre hat es eine solche Detonation seit einem chinesischen Test 1980 nicht mehr gegeben.

Trump: Kim "offensichtlich ein Wahnsinniger"

Trump ließ sich nach diesen Provokationen nicht lange um einen Konter bitten. Am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) schrieb er auf Twitter: "Der Nordkoreaner Kim Jong Un, der offensichtlich ein Wahnsinniger ist, dem es egal ist, dass er sein eigenes Volk tötet und verhungern lässt, wird auf die Probe gestellt werden wie niemals zuvor".

Auch Trumps Außenminister Rex Tillerson verwendete eine ähnliche Wortwahl wie Trump und sagte, Nordkorea werde durch die schärfsten Sanktionen aller Zeiten auf die Probe gestellt. Der US-Präsident hatte am Donnerstag neue Wirtschaftssanktionen gegen Firmen bekanntgegeben, die mit Nordkorea Geschäfte machen. Die USA hätten keine Toleranz mehr für diese schändliche Praxis, sagte Trump.

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