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Handy statt Bargeld - Volksbanken starten kontaktloses Bezahlen

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Smartphone zücken und zahlen: Ab dem heutigen Montag können auch Kunden der Genossenschaftsbanken kontaktlos mit ihrem Android-Smartphone bezahlen. iPhone-Nutzer bleiben außen vor.

Kontaktloses Bezahlen (Symbolbild)
Die Illustration der Volks- und Raiffeisenbanken zeigt den kontaktlosen Bezahlvorgang mit dem Smartphone.
Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

Ob im Supermarkt, im Kino oder an der Tankstelle: Wenn andere noch nach Bargeld oder Kreditkarte suchen, hat der Smartphone-Nutzer schon per App bezahlt. Nach "Google Pay" Ende Juni und den Sparkassen im Juli gehen ab dem 13. August auch die Volks- und Raiffeisenbanken mit einer eigenen Bezahl-App an den Start. Wermutstropfen für iPhone-Besitzer: Sie bleiben außen vor.

Fast alle Volksbanken sind mit dabei

Smartphone zücken, mit der Rückseite ans Kassenterminal halten, und der Einkauf ist bezahlt. 85 Prozent der 915 Genossenschaftsbanken seien jetzt schon mit dabei, die anderen würden 2019 folgen, heißt es beim Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Ob und wann eine Bank teilnehme, erfahre der Kunde über sein Institut oder die VR-Banking-App. Die App enthalte dann den Menüpunkt "Digitale Karten", so der BVR.

Zum Bezahlen muss die NFC-Antenne des Android-Smartphones aktiviert sein. NFC steht für "Near Field Communication" ("Nahfeldkommunikation") und ist ein Funkstandard, der die Daten zwischen Handy und Kassenterminal überträgt. NFC funktioniert nur über kurze Distanzen. Dadurch wird verhindert, dass die Daten von Fremden aus der Ferne ausgelesen werden können. Bezahlen kann man übrigens auch dann, wenn das Handy offline ist, also gerade kein Netz hat.

Handel ist vorbereitet

Icon: Kontaktloses Bezahlen
Icon: Kontaktloses Bezahlen

Der Handel sei laut BVR mehrheitlich längst mit Terminals zum kontaktlosen Bezahlen per NFC ausgestattet. Fast alle Einzelhandelsketten hätten ihre Kassen umgerüstet. NFC-fähige Terminals sind mit einem Kontaktlos-Logo gekennzeichnet, das mit seinen vier Wellen an das Symbol für die WLAN-Funktion erinnert. Beträge bis 25 Euro können mit der VR-Banking-App sofort beglichen werden. Bei höheren Summen ist die Eingabe einer PIN erforderlich.

iPhone-Nutzer – sonst bei technischen Neuerungen ganz vorne mit dabei – bleiben beim mobilen Bezahlen hierzulande bislang außen vor. Apple blockiert in seinen iPhones den Zugriff auf den NFC-Chip – aus Sicherheitsgründen, wie das Unternehmen sagt. Nur der hauseigene Bezahldienst Apple Pay darf den NFC-Chip nutzen. Eigenständige Versionen der Bezahl-Apps deutscher Kreditinstitute wird es auf dem iPhone deshalb auch künftig nicht geben.

Apple Pay startet noch dieses Jahr

Besitzer eines Smartphones aus dem Hause Apple müssen sich noch bis Ende des Jahres gedulden. Spätestens dann soll "Apple Pay" auch hierzulande starten. Wie viele und welche Banken mit von der Partie sind, steht derzeit noch nicht fest. Denn "Apple Pay" ist für die Kreditinstitute nicht kostenlos. Viele Banken scheuen offenbar die Gebühren, die ihnen der US-Konzern für die Teilnahme an seinem Bezahldienst abverlangt.

Das Bezahlen mit dem Smartphone hat bei den Deutschen bislang einen schweren Stand. Laut einer Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom bezahlten drei von fünf Smartphone-Nutzern bis dato nie mit ihrem Telefon. 18 Prozent gaben an, dass sie häufig oder zumindest manchmal mit dem Handy zahlten. Weitere acht Prozent tun dies eher selten. Vielen Nutzern sei das Bezahlen per Smartphone zu unsicher, heißt es bei Bitkom.

Kontaktlos bezahlen ist sicher

Beim kontaktlosen Bezahlen über NFC würden dieselben Sicherheitsstandards gelten wie bei Kreditkarten und Girocards, versichert der BVR. Der erforderliche geringe Abstand zwischen Kartenterminal und Handy verhindere zudem, dass Zahlungen aus Versehen ausgelöst würden. Außerdem müsse der Bildschirm beim Zahlvorgang aktiv sein, sagen Experten der Computerzeitschrift c't, die das kontaktlose Bezahlen kürzlich getestet haben.

Ob sich das Bezahlen mit dem Handy durchsetzt und ob sich die Bezahl-Apps der Banken gegen die Bezahldienste von Google und Apple behaupten können, bleibt abzuwarten. Zumindest gegenüber "Google Pay", das nur mit Kreditkarten zu nutzen ist, haben die Apps der Volksbanken und Sparkassen den Vorteil, dass sie auch mit den Girocards der Institute funktionieren. Damit wächst die Zahl der potenziellen Nutzer rasant. Hat doch fast jeder eine Girocard im Portemonnaie, aber nur ein gutes Drittel besitzt eine Kreditkarte.

Mehr als nur schnelles Bezahlen

Aber reicht das aus, um der Technik zum Durchbruch zu verhelfen? Den Apps der Banken fehle ein Mehrwert, der über das schnelle Bezahlen hinausgehe, meinen die Experten des IT-Fachmagazins "c't". Ein solcher Mehrwert könnte zum Beispiel ein digitaler Kassenzettel sein. "Will man später etwas umtauschen, muss man nicht mehr den Papier-Bon suchen, sondern zeigt den Kaufbeleg einfach auf dem Handy vor", sagen die
"c't"-Experten. Ein digitaler Kassenzettel fehlt jedoch bislang in allen Apps.

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