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Krieg in Syrien - Hilfskonvoi erreicht belagertes Ost-Ghuta

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Ost-Ghuta ist zum Sinnbild für ein vom Krieg geschundenes Syrien geworden. Die Not der Bevölkerung ist groß. Nun ist erstmals Hilfe angekommen, drei Lkw waren jedoch fast leer.

Heute sind in Ost-Ghouta erstmals Hilfslieferungen angekommen. Lastwagen mit Lebensmitteln haben das Nothilfezentrum vor der Stadt Duma erreicht.

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Erstmals seit der Eskalation der Gewalt im belagerten Ost-Ghuta hat eine große Hilfslieferung die syrische Region erreicht. Einige lebensrettende medizinische Produkte allerdings ließ die syrische Regierung nicht durch.

Ein Konvoi aus Dutzenden Lastwagen sei am Montag in das heftig umkämpfte Gebiet bei Damaskus nahe der Stadt Duma eingefahren, sagte die Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Ingy Sedki. Die Lieferung besteht nach Angaben des UN-Nothilfebüros Ocha unter anderem aus Nahrung für 27.500 Menschen.

Regierung blockiert einige Hilfsgüter

Viele medizinische Güter mussten auf Druck der syrischen Regierung aus der Lieferung genommen werden, wie Ocha berichtete. Sie durften auch nicht durch andere Gegenstände ersetzt werden. Dadurch seien drei der 46 Lastwagen, die am Morgen losgefahren waren, fast leer gewesen. Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge waren unter den blockierten Hilfsgütern das gesamte Material für die Behandlung von Verletzungen und für Operationen sowie Insulin und andere Dialyse-Artikel.

Ost-Ghuta vor den Toren der Hauptstadt Damaskus hat seit Mitte Februar die heftigsten Luftangriffe der Regierung seit Beginn des Syrienkrieges 2011 erlebt. Mehr als 660 Zivilisten starben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge durch Bombardements und Artilleriebeschuss. Tausende wurden verletzt und sind dringend auf medizinische Versorgung angewiesen. Über gefallene Kämpfer dort gibt es keine entsprechenden Angaben.

Etwa 400.000 Menschen eingeschlossen

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte die Lage in Ost-Ghuta als "Hölle auf Erden" bezeichnet. Bewohner berichteten, es fehle an Essen, Wasser und Strom. Ärzten mangele es an Material, sie müssten wegen der großen Anzahl von Verletzten sehr lange am Stück arbeiten. In dem seit 2013 von der Regierung belagerten Ost-Ghuta sollen etwa 400.000 Menschen eingeschlossen sein. Hilfe traf in den vergangenen Wochen - wenn überhaupt - nur über Tunnel ein.

Am Wochenende verschärften sich auch die Bodenkämpfe in der Region. Der Beobachtungsstelle zufolge konnten Einheiten der Streitkräfte von Präsident Baschar al-Assad etwa 35 Prozent des Rebellengebietes im Osten erobern. Nach den heftigen Bombardierungen des Gebietes will die syrische Armee Ost-Ghuta nun offensichtlich erobern. Die Lage erinnert an das 2016 von Assads Truppen gestürmte Aleppo.

Hunderte Familien flohen vor den Kämpfen in andere Teile der Region. Auch während der heutigen Hilfslieferung wurde Ost-Ghuta den Menschenrechtlern zufolge mit Artillerie beschossen.

UN-Menschenrechtsrat verlangt Untersuchung der Gewalt

Der UN-Menschenrechtsrat verlangte angesichts der Gewalt eine Untersuchung. In einer Resolution forderte er, dass diejenigen zur Rechenschaft gezogen werden müssten, die Menschenrechte verletzt hätten. UN-Hochkommissar Said Raad al-Hussein hatte die Angriffe auf Zivilisten als mögliche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnet.

Die Regierung wirft den Rebellen dagegen immer wieder vor, die Hauptstadt Damaskus zu beschießen. Ost-Ghuta wird von verschiedenen, mehrheitlich islamistischen Rebellengruppen kontrolliert. Unter ihnen sind auch Kämpfer von Gruppen mit Verbindung zum Terrornetzwerk Al-Kaida.

Weitere Lieferungen in den kommenden Tagen geplant

In den kommenden Tagen sollen weitere Hilfslieferungen nach Ost-Ghuta folgen. "Die UN und ihre Partner haben die Genehmigung erhalten, Hilfe für 70.000 Menschen in Not zu liefern", hieß es in einer Ocha-Mitteilung. An dem Konvoi heute waren auch der Syrische Rote Halbmond und mehrere UN-Agenturen beteiligt. Die Vereinten Nationen lieferten das letzte Mal am 14. Februar Hilfe für etwa 7.200 Menschen nach Ost-Ghuta.

Die Forderung des UN-Sicherheitsrates Ende Februar nach einer 30 Tage langen Waffenruhe für ganz Syrien zeigte bislang kaum Wirkung. Allerdings vermindert die syrische Regierung nach Ankündigung ihres Verbündeten Russland ihre Angriffe seit einer Woche täglich für eine fünfstündige Feuerpause. Während dieser traf auch die Hilfslieferung ein. Die Vereinten Nationen hatten wiederholt beklagt, dass das Zeitfenster für größere Hilfslieferungen zu kurz sei.

Die Fronten im Syrienkrieg

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