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Konzern-Chef Werner Baumann - Bayer verteidigt Monsanto-Kauf

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Die Monsanto-Klagewelle belastet Bayer. Dennoch sieht Konzern-Chef Baumann die Übernahme weiter als richtig an. Das unterstrich er auf der Aktionärsversammlung.

Das Bayer-Kreuz. Archivbild
Das Bayer-Kreuz. Archivbild
Quelle: Oliver Berg/dpa

Begleitet von Protesten von Umweltschützern hat die Hauptversammlung des Chemiekonzerns Bayer in Bonn begonnen. Bei dem Aktionärstreffen stehen die Folgen der Übernahme des US-Agrarkonzerns und Glyphosatherstellers Monsanto im Mittelpunkt.

"Die Klagen und die ersten Urteile zu Glyphosat lasten schwer auf unserem Unternehmen und verunsichern viele Menschen", sagte Bayer-Chef Werner Baumann zum Auftakt. "Da gibt es nichts zu beschönigen." Dennoch verteidigte er die Übernahme in seiner Rede.

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Monsanto-Übernahme

Vor rund drei Jahren kündigte Bayer die Übernahme von Monsanto an, einem der weltweit führenden Hersteller von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln. Monsanto hat neben vielen gentechnisch veränderten Pflanzen auch den weltweit am häufigsten eingesetzten Unkrautvernichter Glyphosat entwickelt. Umwelt- und Verbraucherschützer machen den Wirkstoff für den Rückgang der Artenvielfalt sowie für Krebserkrankungen verantwortlich. Bayer zahlte 56 Milliarden Euro für Monsanto. Die Leverkusener wollen weltweite Nummer eins im Geschäft mit Saatgut und Pflanzenschutzmitteln werden. Der Konzern will dabei vom steigenden Nahrungsbedarf der stark wachsenden Weltbevölkerung profitieren.

Um die Zustimmung der Kartellbehörden zu bekommen, musste Bayer große Teile seines eigenen Saatgutgeschäfts an den Konkurrenten BASF verkaufen sowie weitere Anteile an Tochterunternehmen veräußern. Um die Übernahme zu finanzieren, kündigte der Dax-Konzern auch den Abbau von 12.000 der nach der Übernahme nunmehr 117.000 Stellen weltweit an. In Deutschland ist jede siebte Stelle betroffen.

Nach Abschluss der Übernahme im vergangenen Jahr hatte Bayer einen Gesamtumsatz von 39,6 Milliarden Euro. Mehr als 40 Prozent davon verdiente der Konzern mit rezeptpflichtigen Medikamenten, mehr als 36 Prozent mit dem Agrargeschäft. Im ersten Quartal 2019 erwies sich die Monsanto-Übernahme zudem als gewinnbringend: Der bereinigte Betriebsgewinn stieg um mehr als 44 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Dass Monsanto ein wirtschaftliches Risiko bleibt, liegt an den Krebsklagen in der USA.

Aktienkurs auf Talfahrt

Wie wenig Vertrauen selbst die eigenen Aktionäre in Bayer haben, zeigte ihre Reaktion auf die Gerichtsurteile. Nachdem Bayer im ersten Prozess um Johnson im August vergangenen Jahres zunächst zu 289 Millionen Dollar Schadenersatz verurteilt wurde, sackte die Aktie um fast ein Fünftel ab. Eine Richterin reduzierte die Summe später auf 78,5 Millionen Dollar. Nachdem Bayer auch den Prozess gegen Edwin Hardeman Ende März verlor, fiel der Konzernwert nochmal um ein Fünftel.

Das Hardeman-Urteil wird als wegweisend für weitere US-Klagen gesehen. Insgesamt hat sich der Wert des Bayer-Konzerns seit der Ankündigung der Monsanto-Übernahme halbiert. Der Aktienkurs liegt mit aktuell rund 62 Euro so niedrig wie seit sieben Jahren nicht mehr. Konzernchef Baumann wird bei der Aktionärsversammlung deshalb nicht nur von Umweltaktivisten einiges an Kritik einstecken müssen, sondern auch von den eigenen Eigentümern.

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