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Berliner Polizei - Drogen, Geld und ein Poker-Club

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Korrupte Polizisten, die mit der Drogenmafia gemeinsame Sache machen, kennt man eigentlich nur aus dem Kino. Doch in Berlin soll sich genau so ein Fall zugetragen haben.

Neuer Skandal bei der Berliner Polizei. Ein Beamter soll gegen Geld mutmaßliche Drogendealer vor Razzien gewarnt haben; außerdem soll er Drogen in seinem Pokerclub zwischengelagert haben. Bei einer Großrazzia in Berlin wurde er festgenommen.

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Ein Tippgeber, Drogen, jede Menge Geld und ein Poker-Club: Die Korruptionsermittlungen in Berlin, die am Freitag in einer spektakulären Razzia mit drei Festnahmen gipfelten, haben das Zeug für einen spannenden Krimi. Vor allem deshalb, weil dieser nicht zuletzt bei der Polizei selbst spielt: Einer der Verhafteten ist ein Berliner Polizist, der gegen Bares regelmäßig mutmaßliche Drogenhändler vor Ermittlungen und Behördenkontrollen gewarnt und sogar bei der Lagerung von Rauschgift geholfen haben soll.

Bis zu 3.000 Euro pro Tipp

Im Morgengrauen gegen 5.00 Uhr klickten die Handschellen. Neben dem Polizisten nahmen die Ermittler zwei Kneipenbetreiber türkischer Herkunft fest, darüber hinaus gibt es zwei weiteren Verdächtige in dem Korruptionsfall. Laut Generalstaatsanwaltschaft schlossen sie mit dem deutschstämmigen Polizeibeamten im Frühjahr 2016 einen "Deal". Bis zu 3.000 Euro soll er für jeden heißen Tipp bekommen haben.

Offenbar ein einträgliches Geschäft für beide Seiten: Bei einer groß angelegten Razzia an 14 Orten der Stadt, darunter einer Polizeidienststelle, stellten Beamten "Vermögenswerte in Höhe von über 55.000 Euro" sicher. Hinzu kommen Bargeld oder Mobiltelefone.

Korruptionsfall zur Unzeit

Bemerkenswertes Detail: Der Polizist, gegen den wegen Bestechlichkeit, Verrats von Dienstgeheimnissen und Drogenhandels ermittelt wird, leitete laut Ermittlern einen Pokerclub und stellte diesen als Drogen-Zwischenlager zur Verfügung. Dass dem Etablissement in einem Pankower Mietshaus namens "Magic Card" ausgerechnet ein Polizist vorsteht, verwundert den Laien. "Es handelt sich um einen privaten Club", sagt Martin Steltner von der Staatsanwaltschaft dazu.

Der Fall kommt für die Berliner Polizei sehr ungelegen: Nach einer ganzen Serie von Pannen, Problemen und Negativschlagzeilen ist die Unruhe ohnehin groß. Erst vor gut zwei Wochen feuerte Innensenator Andreas Geisel (SPD) den Polizeipräsidenten Klaus Kandt. Die Behörde mit weit mehr als 20.000 Mitarbeitern brauche einen Neuanfang, begründete der Senator den überraschenden Schritt. Und: "Ich möchte eine Polizei, die von den Bürgerinnen und Bürgern anerkannt und wertgeschätzt wird, eine Polizei, der man vertraut und die sich selbst vertraut."

Unterwanderung durch Clans?

Von diesem Vertrauen ist die größte Landespolizei Deutschlands im Moment weit entfernt. Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt mit zwölf Toten 2016 wurde deutlich, dass schwere Pannen der Ermittler - nicht nur in Berlin - dem islamistischen Attentäter Anis Amri den Weg ebneten. Dazu kamen die "Schießstand-Affäre": Polizisten sollen durch Schadstoffe in den Anlagen krank geworden sein. In dem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den geschassten Polizeichef sowie seine frühere Stellvertreterin Margarete Koppers - die wiederum seit 1. März Generalstaatsanwältin in der Hauptstadt ist.

Hohe Wellen schlugen auch die Zustände an der Polizeiakademie. Dort hatten sich Ausbilder anonym über Respekt- und Disziplinlosigkeit sowie mangelnde Kenntnisse von Polizeianwärtern beklagt. Selbst vom Versuch der Unterwanderung der Berliner Polizei durch kriminelle Clans war die Rede. Die Führung bestritt das, räumte aber Probleme an der Akademie ein.

Gewerkschaft: Kein Korruptionsproblem

Der aktuelle Korruptionsverdachtsfall verstärkt nun die negativen Eindrücke. Allerdings weist die Polizeigewerkschaft GdP darauf hin, dass es sich bei solchem Fehlverhalten von Beamten in Deutschland um Einzelfälle handele. "Dass die Polizei ein generelles Problem mit Korruption hat, kann man nicht sagen", betont GdP-Sprecher Rüdiger Holecek. Nach Angaben des Korruptionsbeauftragten bei der Berliner Generalstaatsanwaltschaft, Rüdiger Reiff, gibt es in der Hauptstadt jährlich bis zu sechs Verfahren gegen Polizisten wegen Bestechlichkeit.

Wie die Führung der Hauptstadt-Polizei selbst den Fall bewertet, wollte sie am Freitag nicht sagen. Bei einer Pressekonferenz zum Thema Verkehrssicherheit mit Innenstaatssekretär Christian Gaebler und dem kommissarisch amtierenden Polizeichef Michael Krömer wurde den anwesenden Journalisten mitgeteilt, dass Fragen zu dem Korruptionsverdacht nicht zugelassen seien.

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