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Afghanistan: "Ein schwieriger Weg"

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Kramp-Karrenbauer - Afghanistan: "Ein schwieriger Weg"

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Verteidgungsministerin Kramp-Karrenbauer ist zu ihrem Truppenbesuch in Afghanistan gelandet. Es ist ein gefährlicher Einsatz. Allein im letzten Jahr starben dort 7.379 Menschen.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in Masar-I-Scharif, Afghanistan.
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in Masar-I-Scharif, Afghanistan.
Quelle: DPA

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer erwartet bei den Bemühungen um Frieden in Afghanistan noch einen langen und schwierigen Weg. Beim Besuch von deutschen Soldaten in dem Land plädierte sie für eine Verlängerung des am 31. März auslaufenden Mandats für die Beteiligung der Bundeswehr an der Nato-Ausbildungsmission "Resolute Support" in dem Land.

"Stand heute würde ich sagen, dass sehr vieles dafür spricht, dass die Arbeit, die wir begonnen haben und die noch nicht beendet ist, auch fortgesetzt werden kann", sagte die CDU-Politikerin nach ihrer Landung in Masar-i-Scharif. Sie besuchte dort Soldaten im Feldlager Camp Marmal, das von der Bundeswehr geführt wird. Der Einsatz diene dem Zweck, Frieden und Stabilität in Afghanistan zu schaffen. "Das ist ein langer Weg. Das ist ein schwieriger Weg, aber wir können auch heute feststellen, dass es Fortschritte gibt", sagte sie.

Deutsche Soldaten sollen in Afghanistan bleiben

Einen vorschnellen Abzug der deutschen Soldaten lehnt Kramp-Karrenbauer ab. Das bisher Erreichte dürfe "als Erfolg nicht aufs Spiel" gesetzt werden, so die CDU-Politikerin. Innerhalb der Nato sei deshalb vereinbart, dass nach Abschluss der Friedensverhandlungen für Afghanistan noch einmal geprüft werde, wie die bisherigen Erfolge abgesichert werden könnten. Davon hänge ab, "in welcher Stärke wir vor Ort bleiben".

Zuvor hatte Kramp-Karrenbauer Soldaten im Kosovo besucht:

Kramp-Karrenbauer im Kosovo -
"Wachsender Einfluss von Russland und China spürbar"
 

Die Situation am Balkan ist weitgehend aus dem Blickfeld Europas geraten. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer warnt bei einem Kosovo-Besuch vor neuen Gefahren in der Region.

Videolänge:
6 min

In der vergangenen Woche hatte US-Präsident Donald Trump bei einem unangekündigten Besuch bei US-Truppen in Afghanistan Hoffnungen auf eine Einigung mit den militant-islamistischen Taliban genährt. Trump erklärte am US-Militärstützpunkt Bagram, Washington habe Gespräche über Wege zu Frieden mit den Islamisten weniger als drei Monate nach ihrem Abbruch wieder aufgenommen. Er glaube, dass die Taliban mittlerweile auch eine Waffenruhe wollten, sagte Trump weiter.

Taliban tödlichste Terror-Gruppe

Der globale Terrorismus-Index verzeichnet für Afghanistan einen traurigen Rekord. Dort starben im vergangenen Jahr 7.379 Menschen durch Terrorismus, knapp 60 Prozent mehr als 2017. Entsprechend lösten die Taliban zuletzt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als tödlichste Gruppe ab.

Im Camp Marmal sind knapp 1.000 Bundeswehrsoldaten stationiert. Auf dem Gelände befinden sich Unterkünfte, Werkstätten und Logistikeinrichtungen, ein Krankenhaus, Sportstätten sowie eine Kirche. Knapp 100 deutsche Soldaten gibt es derzeit in der Hauptstadt Kabul, knapp 200 weitere Männer und Frauen sind in Kundus.

Trump weckt Hoffnungen auf Truppenreduzierung

Die Nato und verbündete Staaten bilden afghanische Sicherheitskräfte aus. Wegen des Wiedererstarkens der Taliban und der Expansion der Terrormiliz IS war der Bündniseinsatz in dem Land auf rund 16.000 Soldaten aufgestockt worden. In der Zeit des internationalen Kampfeinsatzes waren bis zu 150.000 internationale Soldaten im Einsatz.

Ein Erfolg in Verhandlungen mit den Taliban könnte einen Truppenabzug ermöglichen, bei dem auch die Zahl der Bundeswehrsoldaten verringert werden könnte. Trump hatte bekräftigte, die US-Truppenstärke in
Afghanistan von zwischen 12.000 und 13.000 auf etwa 8.600 reduzieren zu wollen.

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