AKK würdigt Arbeit der Soldaten in Kundus

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Truppenbesuch in Afghanistan - AKK würdigt Arbeit der Soldaten in Kundus

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Seit 2013 ist Kramp-Karrenbauer die erste Verteidigungsministerin, die das Kundus-Lager besucht. Unter diesem Eindruck könnte sie sich den Einsatz bewaffneter Drohnen vorstellen.

Annegret Kramp-Karrenbauer am 04.12.2019 in Kundus
Annegret Kramp-Karrenbauer ist bei ihrem Antrittsbesuch in Afghanistan auch nach Kundus geflogen.
Quelle: DPA

Als erste deutsche Verteidigungsministerin seit 2013 ist Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) heute in den gefährlichsten Teil Afghanistans geflogen. In Kundus besuchte sie die rund 100 deutschen Soldaten und Soldatinnen, die dort ihren Einsatz absolvieren.

Im schwarzen Transporthubschrauber CH-53 ging es vom scheinbar sicheren Bundeswehr-Camp Marmal in Masar-i-Scharif nach Kundus. Der Flug geht über karges, bergiges, staubiges Land. Nur ab und zu ist mal ein Auto auf der 150 Kilometer langen Straße nach Kundus zu sehen, aber sonst keine Menschenseele. 50 Minuten dauert der Flug.

Campr dieses Jahr zwei Mal beschossen

Von einer Menge Sicherheitspersonal umringt, steigt schließlich Annegret Kramp-Karrenbauer aus dem Hubschrauber - mit Stahlhelm auf dem Kopf und Schutzweste über der Brust. Sie ist die erste deutsche Verteidigungsministerin, die hier landet, im neuen Camp. Knapp drei Kilometer entfernt vom alten ISAF-Hauptquartier.

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer ist zu ihrem Antrittsbesuch nach Afghanistan gereist. Sie fordert, die afghanische Regierung in Friedensgespräche mit den Taliban einzubinden.

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Sie will in ihrem neuen Amt so viel wie möglich so schnell wie möglich sehen. Deshalb besucht sie bei ihrer ersten Afghanistanreise neben Kabul und Masar-i-Scharif eben auch Kundus. Rund 100 deutsche Soldaten absolvieren hier ihren Einsatz, manche bis zu sieben Monate am Stück. Es ist einer der gefährlichsten Orte, an dem ein deutscher Soldat stationiert sein kann. 24 Stunden, rund um die Uhr, besteht die Gefahr eines Raketenbeschusses. Zweimal wurde das Lager in diesem Jahr bereits beschossen.

Besucherprogramm in Zehn-Minuten-Taktung

"Auch deshalb", sagt Kramp-Karrenbauer, "ist dieser Ort etwas Besonderes. Weil hier 16 deutsche Soldaten während des ISAF-Einsatzes ihr Leben verloren haben. Das macht deutlich, welchen hohen Preis wir, die Soldaten und deren Angehörige, für das deutsche Engagement in Afghanistan gezahlt haben."

Das Besuchsprogramm absolviert die Ministerin in straffer Zehn-Minuten-Taktung. Notfalllazarett, Sportraum, Unterkünfte, Suppenküche. Die Deutschen leben hier gemeinsam mit dem 217. Korps Pamir der afghanischen Armee und mit den Amerikanern. Ohne die würde es nicht gehen. Afghanen und Amerikaner gehen raus ins Feld, kämpfen, sorgen für labile Sicherheit. Die Deutschen sind vor allem für die Logistik und die Notfallversorgung zuständig.

90 Prozent der Verletzten sind Afghanen

Und die wird oft gebraucht. Denn vor den Mauern, vor dem vielen Stacheldraht, ist Krieg. Dafür zahlen die afghanischen Soldaten einen hohen Blutzoll. Schwerstverwundete werden im Lazarett der Deutschen erstversorgt, operiert, amputiert, stabilisiert. Wenn die schwerstverletzten Soldaten transportfähig sind, geht es mit dem Hubschrauber weiter zum nächsten Krankenhaus. So geht das Tag für Tag. 90 Prozent der behandelten Soldaten sind Afghanen, zehn Prozent Amerikaner. Die Deutschen hatten schon sehr lange Glück.

Es ist tägliches Leid. Bilder, die sich einprägen. Und doch sehen es die Soldaten aus einer anderen Perspektive. Oberstleutnant Thomas L. formuliert es so: "Wir sehen jeden Tag, wie leistungsstark unsere Sanitäter sind, und wenn es uns mal treffen sollte, dann wissen wir, dass wir keine bessere Versorgung bekommen könnten. Das stärkt die Moral."

Sorgen bei der Chefin anbringen

Wenn man hier so auf engstem Raum zusammen ist, entsteht sehr schnell ein enges, kameradschaftliches und familiäres Verhältnis. Das ist das, was uns hier in Kunduz durch den Tag trägt.
Thomas L., Oberstleutnant

Die Enge des Lagers lässt keinen Raum für Individualität, für Flucht, für Möglichkeiten des Abreagierens. Kein Platz zum Joggen. Das Wort "Lagerkoller" möchte Oberstleutnant Thomas L. so nicht gelten lassen: "Wenn man hier so auf engstem Raum zusammen ist, entsteht sehr schnell ein enges, kameradschaftliches und familiäres Verhältnis. Das ist das, was uns hier in Kundus durch den Tag trägt."

Auch wenn ein Ministerbesuch viel Hektik und Stress ins Lagerleben bringt, scheinen sich die Soldaten zu freuen, dass jemand kommt und sich ihre Sorgen anhört. "So kann ich direkt bei der obersten Chefin anbringen, wo es brennt", meint dazu Oberstleutnant Thomas L.

Einsatz bewaffneter Drohnen denkbar

Annegret Kramp-Karrenbauer verspricht den Soldaten, alles für deren Sicherheit zu tun. Unter den Eindruck der Situation im Camp könnte sich die Verteidigungsministerin sogar den Einsatz bewaffneter Drohnen vorstellen. Nach knapp zwei Stunden ging es für sie zurück nach Masar-i-Scharif.

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