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Kramp-Karrenbauer im Interview - Trump agiert "außerhalb der Spielregeln"

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Er setzt die eigenen Interessen durch. Und agiert außerhalb der Spielregeln. Mit deutlicher Kritik reagiert CDU-Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer auf US-Präsident Donald Trump.

Wie weiter nach dem G7-Eklat? Und wie wil die Union den BAMF-Skandal aufklären? Fragen an CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer.

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CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. Dass der US-Präsident die G7-Abschlusserklärung habe platzen lassen zeige, dass er vor allem eines wolle: Die Interessen des eigenen Landes durchzusetzen: "Mit aller Kraft, auch außerhalb der Spielregeln, die bisher gegolten haben", sagt Kramp-Karrenbauer der ZDF-Sendung "Berlin direkt".

Es sind sorgsam gewählte Worte. Kramp-Karrenbauer spricht ruhig, sachlich, besonnen. Bloß keine weitere Eskalation. Doch in der Sache steckt in diesen Worten ein starker Vorwurf: Trump hat die Spielregeln verlassen. Die bisher sicher geglaubte Partnerschaft der G7 - das war einmal. Tot sei das Format aber nicht, sagt Kramp-Karrenbauer: "Ich glaube nicht, dass es das Ende der G7 ist." Es gelte jetzt aber, geschlossene Antworten auf Donald Trump zu geben. "Und die müssen aus meiner Sicht europäisch erfolgen." Also weniger G7, dafür mehr Europa?

Maas: "Unheimlich viel Vertrauen zerstört"

Ähnlich kann man auch Außenminister Heiko Maas (SPD) verstehen. Auch er fordert ein offensiveres Agieren Europas. "Mit einem Tweet kann unheimlich viel Vertrauen sehr schnell zerstört werden", twitterte Maas am Sonntag. "Umso wichtiger ist es, dass Europa zusammen steht und seine Interessen noch offensiver vertritt". Die Antwort auch Donald Trumps "America first" müsse lauten: "Europe united", also Europa vereinigt. Und FDP-Mann Alexander Graf Lambsdorff sagt im ZDF, Deutschland und Europa müssten jetzt viel stärker agieren. "Es reicht nicht, business as usual zu machen."

Auch in Frankreich wächst die Kritik an Donald Trump: "Die internationale Zusammenarbeit kann nicht abhängen von Wutanfällen oder kurzen Worten", heißt es laut dpa aus Élyséekreisen. "Wir haben zwei Tage damit verbracht, um einen Text und Verpflichtungen zu haben", heißt es aus Paris. "Wir halten daran fest." Frankreich und Europa stünden weiter zu der Erklärung. Wer auch immer sich mit abgewendetem Rücken von den Vereinbarungen löse, zeige sich als sprunghaft und haltlos.

USA machen Kanada für Scheitern verantwortlich

Die US-Regierung macht derweil Kanada für das Scheitern der G7-Erklärung verantwortlich: Donald Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow sagte dem Sender CNN, in Wahrheit sei der kanadische Premierminister Justin Trudeau der US-Regierung in den Rücken gefallen. Trudeau habe Trump und die anderen G7-Mitglieder verraten. Während des Gipfels habe in der Gruppe der G7 Einigkeit geherrscht, die USA hätten Kompromisse gemacht und Trump sei charmant gewesen, sagte Kudlow. Nach Trumps Abreise aber habe Trudeau die USA in einer Pressekonferenz heftig kritisiert und sei aus der Reihe getanzt.

Sichtlich um Ausgleich bemüht zeigt sich EU-Kommissar Günther Oettinger: "Wir brauchen unverändert jeden Gesprächsfaden mit den USA auf politischer und wirtschaftlicher Ebene", sagt Oettinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Deshalb sollten es nicht die Europäer sein, die die Zukunft der G7-Treffen infrage stellten. "Jetzt ist Gelassenheit gefragt", sagte er. Allerdings bezeichnete auch er den Gipfel und seinen Ausgang als einen weiteren Schritt in die falsche Richtung. "Die Weltpolitik und die Weltwirtschaft sind jetzt in der schwierigste Lage seit Ende des Kalten Kriegs."

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