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Kremlkritiker tot - Russischer Journalist in Kiew erschossen

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Der regierungskritische russische Journalist Arkadi Babtschenko ist in Kiew erschossen worden. Das ist dort der dritte aufsehenerregende Mord an einem Journalisten in vier Jahren.

Nach dem Mord an Arkadi Babtschenko in Kiew schließt die Polizei nicht aus, dass dessen journalistische Tätigkeit Grund für die Tat war. Der Russe galt als Kreml-Kritiker.

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Den Tod des Journalisten und Kriegsreporters bestätigte am Dienstagabend eine Sprecherin der ukrainischen Polizei. Seine Frau habe ihn mit Schussverletzungen im Rücken gefunden und den Notarzt gerufen, Babtschenko sei noch auf dem Weg in Krankenhaus gestorben.

Russland verließ Babtschenko im Jahr 2017, nachdem er nach eigenen Angaben Drohungen erhalten und Angst bekommen hatte, in Gewahrsam genommen zu werden. Er zog nach Kiew, wo er als Moderator des krimtartarischen Fernsehsenders ATR arbeitete.

Mehrere ungeklärte Fälle

In der ukrainischen Hauptstadt ist es der dritte aufsehenerregende Mord an einem Journalisten in vier Jahren. 2016 tötete eine Autobombe den russischen Journalisten Pawel Scheremet, ebenfalls einen Kritiker der Moskauer Führung. 2015 wurde der ukrainische Journalist Oleg Busina ermordet. Die Fälle sind ungeklärt. Seit Mitte Mai ist in der Ukraine der Vertreter der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti, Kirill Wyschinski, in Untersuchungshaft.

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Der 41-jährige Babtschenko kämpfte während der 90er Jahre für das russische Militär im Ersten Tschetschenienkrieg, später wurde er Journalist. Als Kriegsreporter war er im Anschluss für verschiedene russische Medien im Einsatz. Er veröffentlichte auch mehrere Bücher, die auf seinen Kriegserfahrungen basierten.

Babtschenkos Arbeit sorgte in Russland für Unmut

Babtschenko galt in den vergangenen Jahren als äußerst kremlkritisch. Er kritisierte die Annexion der Krim, die russische Unterstützung von Separatisten in der Ostukraine und das Eingreifen Russlands in Syrien. Viele seiner Artikel sorgten in Russland für Verärgerung. Einige Russen forderten sogar, dass ihm die Staatsbürgerschaft entzogen werden solle.

Kiews Polizeichef Andrej Krischtschenko sagte, dass Babtschenkos "professionelle Aktivitäten" die Ursache für die Tat sein könnten. Er sei mit Abscheu erfüllt, sagte auch Harlem Desir, ein Sprecher für Pressefreiheit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, OSZE. Das Komitee zum Schutz von Journalisten forderte umgehende Ermittlungen.

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